Kuß
1791Auf die Hände küßt die Achtung, Freundschaft auf die offne Stirn, Auf die Wange Wohlgefallen, Sel′ge Liebe auf den Mund; Aufs geschloßne Aug′ die Sehnsucht, In die hohle Hand Verlangen, Arm und Nacken die Begierde, Übrall sonst die Raserei.
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Interpretation
Das Gedicht "Kuß" von Franz Grillparzer beschreibt die verschiedenen Bedeutungen und Ausdrucksformen eines Kusses in unterschiedlichen Kontexten. Es beginnt mit der Achtung, die auf die Hände geküsst wird, gefolgt von Freundschaft, die auf die offene Stirn gelegt wird. Wohlgefallen findet seinen Ausdruck auf der Wange, während die selige Liebe auf den Mund gerichtet ist. Die Sehnsucht küsst das geschlossene Auge, und das Verlangen wird in die hohle Hand gelegt. Die Begierde konzentriert sich auf den Arm und den Nacken, während die Raserei an anderen Stellen des Körpers Ausdruck findet. Das Gedicht verdeutlicht, dass ein Kuss je nach Körperstelle und Situation unterschiedliche Emotionen und Absichten vermitteln kann. Es zeigt die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen und Gefühle auf. Grillparzer nutzt die Metapher des Kusses, um die Bandbreite menschlicher Emotionen von respektvoller Achtung bis hin zu leidenschaftlicher Raserei zu illustrieren. Durch die präzise Beschreibung der verschiedenen Kussarten und ihrer Bedeutungen schafft Grillparzer ein vielschichtiges Bild der menschlichen Natur und ihrer Ausdrucksformen. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, über die Komplexität menschlicher Beziehungen und die verschiedenen Facetten der Liebe und des Begehrens nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Auf die Hände küßt die Achtung
- Aufzählung
- Auf die Hände küßt die Achtung, Freundschaft auf die offne Stirn, Auf die Wange Wohlgefallen, Sel'ge Liebe auf den Mund; Aufs geschloßne Aug' die Sehnsucht, In die hohle Hand Verlangen, Arm und Nacken die Begierde, Übrall sonst die Raserei.
- Metapher
- Auf die Hände küßt die Achtung
- Parallelismus
- Auf die Hände küßt die Achtung, Freundschaft auf die offne Stirn, Auf die Wange Wohlgefallen, Sel'ge Liebe auf den Mund; Aufs geschloßne Aug' die Sehnsucht, In die hohle Hand Verlangen, Arm und Nacken die Begierde, Übrall sonst die Raserei.
- Personifikation
- Auf die Hände küßt die Achtung