Kühle

Otto Julius Bierbaum

1881

Alles das ist nur ein Träumen, Und ich sollte nie erwachen: Das wär schön.

Denn der Tag hat kalte Farben, Und die Wahrheit geht in Wolle, Rauh und grau.

Wirklichkeit, die alte Vettel, Zückt schon ihre Klapperschere Und sie grinst: Weg die bunten Seidenbänder, Weg die langen Ringellocken, Weg den Tand!

Und ein kurzer Krampf im Herzen Und das alte böse Lachen: Siehst du wohl?

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Illustration zu Kühle

Interpretation

Das Gedicht "Kühle" von Otto Julius Bierbaum handelt von der Sehnsucht nach einer Traumwelt, die im Gegensatz zur harten Realität steht. Der Sprecher wünscht sich, nie wieder erwachen zu müssen, da die Realität kalt und grau ist. Die Wahrheit wird als rau und in Wolle gehüllt beschrieben, was auf ihre Härte und Unangenehmlichkeit hinweist. Die Realität wird als eine alte Vettel personifiziert, die mit ihrer Klapperschere die bunten und schönen Aspekte des Lebens abschneidet. Sie nimmt die bunten Seidenbänder, die langen Ringellocken und den Tand weg, was die Zerstörung von Schönheit und Freude symbolisiert. Die Realität wird als grausam und unnachgiebig dargestellt, die den Träumen und Illusionen des Sprechers ein Ende setzt. Das Gedicht endet mit einem kurzen Krampf im Herzen und einem alten bösen Lachen, was die Schmerzen und die Resignation des Sprechers gegenüber der Realität verdeutlicht. Es zeigt die tiefe Enttäuschung und den Verlust der Hoffnung, die mit dem Erwachen aus einem schönen Traum einhergehen. Die Realität wird als etwas Unausweichliches dargestellt, das die Träume und Illusionen des Sprechers zerstört.

Schlüsselwörter

weg alte träumen sollte nie erwachen wär schön

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Stilmittel

Metapher
Und ein kurzer Krampf im Herzen
Personifikation
Und das alte böse Lachen