Kreislauf

Heinrich Seidel

1858

Wenn im März die erste Lerche singt - O wie hold verheissungsvoll das klingt!

Horch! die Nachtigall im Rosenhag - O wie golden bist du Frühlingstag!

Der Pirol ruft aus dem Kirschenbaum - Sommer ist′s und war doch Frühling kaum.

Ach wie bald weht Herbstresedaduft, Und der Kranich ruft aus hoher Luft.

Nur ein Weilchen noch, dann starrt der See, Und die Krähen krächzen über′m Schnee!

O wie hold verheissungsvoll das klingt, Wenn im März die erste Lerche singt!

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Illustration zu Kreislauf

Interpretation

Das Gedicht "Kreislauf" von Heinrich Seidel beschreibt den zyklischen Verlauf der Jahreszeiten. Es beginnt im Frühling, symbolisiert durch den Gesang der Lerche, und wechselt durch die anderen Jahreszeiten bis zum Winter. Der Autor verwendet dabei verschiedene Vogelstimmen und natürliche Phänomene als Indikatoren für den Jahreszeitenwechsel. Die schnelle Abfolge der Jahreszeiten betont die Vergänglichkeit der Zeit und des Lebens. Das Gedicht ist in vier Strophen gegliedert, wobei jede Strophe eine andere Jahreszeit repräsentiert. Die erste Strophe beschreibt den Frühling mit der Lerche und der Nachtigall, die zweite den Sommer mit dem Pirol, die dritte den Herbst mit dem Duft der Reseda und dem Kranich und die vierte den Winter mit dem gefrorenen See und den Krähen. Die Wiederholung des ersten Verses am Ende des Gedichts unterstreicht den ewigen Kreislauf der Natur. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und sinnlich. Der Autor verwendet viele Adjektive und Adverbien, um die Schönheit und Vielfalt der Natur zu beschreiben. Die Vogelstimmen werden als "hold verheissungsvoll" und "golden" beschrieben, der Duft der Reseda als "Herbstresedaduft". Diese sprachlichen Mittel tragen dazu bei, dass der Leser die verschiedenen Jahreszeiten und ihre Besonderheiten lebhaft vor Augen hat.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Herbstresedaduft
Anapher
O wie hold verheissungsvoll das klingt
Kontrast
Sommer ist's und war doch Frühling kaum
Metapher
O wie golden bist du Frühlingstag
Personifikation
die erste Lerche singt
Symbolik
der Kranich ruft aus hoher Luft