Krankenbesuche
1869Eine Ähnlichkeit, die ich mit Christus habe: Nur die Weiber kommen zu meinem Grabe.
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Interpretation
Das Gedicht "Krankenbesuche" von Franz Grillparzer reflektiert auf eine ironische und selbstironische Weise über die Einsamkeit und die gesellschaftliche Stellung des lyrischen Ichs. Der Titel deutet auf einen Kontext der Krankheit oder des Leidens hin, was durch die metaphorische Verwendung des "Grabes" im zweiten Vers verstärkt wird. Das Gedicht spielt mit der biblischen Anspielung auf Jesus Christus, der ebenfalls von Frauen zu seinem Grab begleitet wurde, und setzt dies in einen modernen, skeptischen Kontext. Die erste Zeile, "Eine Ähnlichkeit, die ich mit Christus habe," führt eine überraschende und humorvolle Parallele ein. Der Sprecher behauptet eine Ähnlichkeit mit Jesus, was zunächst unerwartet wirkt, da es sich nicht um eine spirituelle oder moralische Gleichheit handelt, sondern um eine soziale Beobachtung. Diese Ähnlichkeit wird jedoch sofort relativiert und auf eine eher banale und ironische Ebene gestellt. Die zweite Zeile, "Nur die Weiber kommen zu meinem Grabe," beendet das Gedicht mit einem bitteren und zugleich humorvollen Kommentar. Es wird deutlich, dass die einzigen Besucher des Grabes des Sprechers Frauen sind, was auf eine gewisse Isolation oder Vernachlässigung durch die männliche Gesellschaft hindeutet. Das Gedicht vermittelt eine Mischung aus Selbstironie und Resignation, indem es die Einsamkeit des lyrischen Ichs mit einer biblischen Figur vergleicht, um die Tragik und den Humor der menschlichen Existenz zu unterstreichen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Allusion
- Eine Ähnlichkeit, die ich mit Christus habe
- Hyperbel
- Nur die Weiber kommen zu meinem Grabe
- Ironie
- Nur die Weiber kommen zu meinem Grabe