Kraft und Kraft
1866Wüßte sich die Kraft zur Kraft zu stellen: Hei, wie würden sie den Weg sich hellen, Und wie herrlich wär′ das Weltgebäude! Aber meist nur traurigste Gesellen Haben an einander volle Freude.
Wer was kann, der will allein sich zeigen: All die andern sollen ihm sich neigen Und ihm opfern als dem einen Gotte, Oder wenigstens ersterbend schweigen - Hol′ der Henker diese Götzenrotte!
Kraft, die ganz und wahr sich selbst empfunden, Weiß sich Ebenbürtigen verbunden, Die auf andre Art am großen Werke: Hat sie stolz mit ihnen sich gefunden, Freut sie doppelt sich der eignen Stärke!
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Interpretation
Das Gedicht "Kraft und Kraft" von Hanns von Gumppenberg thematisiert die Kraft als eine positive, schöpferische und verbindende Kraft, die jedoch oft durch Eitelkeit und Konkurrenz gebremst wird. Der Dichter beschreibt, wie sich die Kraft idealerweise zur Kraft stellen und den Weg erhellen würde, um ein herrliches Weltgebäude zu schaffen. Doch in der Realität sind meist nur traurigste Gesellen aneinander voller Freude, was darauf hindeutet, dass die Kraft oft durch negative Emotionen und Verhaltensweisen behindert wird. Der zweite Teil des Gedichts kritisiert diejenigen, die sich als alleinig mächtig darstellen und von anderen angebetet werden wollen. Der Dichter fordert, diese Götzenrotte zu holen, was darauf hindeutet, dass er die Eitelkeit und den Machthunger als schädlich empfindet. Er plädiert für eine Kraft, die sich selbst empfunden hat und sich mit anderen gleichwertigen Kräften verbunden fühlt, die auf andere Weise am großen Werk mitwirken. Wenn sich die Kraft stolz mit ihnen gefunden hat, freut sie sich doppelt über ihre eigene Stärke, was darauf hindeutet, dass die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis die Kraft vervielfachen und stärken. Das Gedicht ist eine Aufforderung, die Kraft als etwas Positives und Verbindendes zu sehen und nicht als etwas, das durch Eitelkeit und Konkurrenz gebremst wird. Es ermutigt dazu, sich mit anderen gleichwertigen Kräften zu verbinden und gemeinsam am großen Werk mitzuwirken, um eine herrliche Welt zu schaffen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wüßte sich die Kraft zur Kraft zu stellen: Hei, wie würden sie den Weg sich hellen, Und wie herrlich wär′ das Weltgebäude! Aber meist nur traurigste Gesellen Haben an einander volle Freude.
- Metapher
- Wer was kann, der will allein sich zeigen: All die andern sollen ihm sich neigen Und ihm opfern als dem einen Gotte
- Personifikation
- Kraft, die ganz und wahr sich selbst empfunden, Weiß sich Ebenbürtigen verbunden, Die auf andre Art am großen Werke: Hat sie stolz mit ihnen sich gefunden, Freut sie doppelt sich der eignen Stärke!