Kracht der Topf in Scherben
1914Kracht der Topf in Scherben, fliegt er auf den Dung. Menschlein, du mußt sterben, bist du noch so jung. Blumen müssen welken, und die Kuh verreckt, die wir heut noch melken, daß der Eimer leckt. Steine selbst zerfallen, Länderspur verwischt. Ton und Klang verhallen, und das Licht erlischt. Welten gehn in Stücke ohne Rest und Spur. Ewig lebt die Tücke′, lebt das Unheil nur.
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Interpretation
Das Gedicht "Kracht der Topf in Scherben" von Erich Kurt Mühsam thematisiert die Vergänglichkeit aller Dinge und das unausweichliche Ende, das allem Leben und jeder Materie bevorsteht. Mühsam beginnt mit dem Bild eines zersprungenen Topfes, der auf den Dung geworfen wird, und zieht daraus die Schlussfolgerung, dass auch der Mensch, egal wie jung, sterben muss. Diese Vergänglichkeit wird durch weitere Beispiele aus der Natur und dem menschlichen Leben verdeutlicht, wie das Welken von Blumen und das Sterben einer Kuh, die noch am selben Tag gemolken wurde. Die Bilder sind drastisch und eindringlich, um die Unausweichlichkeit des Todes zu unterstreichen. Mühsam erweitert das Thema der Vergänglichkeit auf unbelebte Materie, indem er Steine erwähnt, die selbst zerfallen, und die Spur von Ländern, die verwischt wird. Ton und Klang verhallen, und das Licht erlischt – alles unterliegt dem Verfall. Die Welt selbst geht in Stücke, ohne Rest und Spur zu hinterlassen. Diese Bilder betonen die Endlichkeit und Vergänglichkeit aller Existenz, sowohl des Lebendigen als auch des Unbelebten. Im letzten Vers des Gedichts kehrt Mühsam zu einer abstrakteren Ebene zurück und stellt fest, dass, während alles andere vergeht, nur das Böse und das Unheil ewig leben. Dies könnte als eine zynische Bemerkung über die menschliche Natur oder die Welt interpretiert werden, in der das Gute vergänglich ist, während das Böse fortbesteht. Das Gedicht endet mit einer düsteren Perspektive auf die Ewigkeit des Leids und des Übels, was im Kontrast zu der sonstigen Thematisierung der Vergänglichkeit steht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Rest und Spur
- Hyperbel
- lebt das Unheil nur
- Metapher
- lebt das Unheil nur
- Personifikation
- Welten gehn in Stücke
- Reimschema
- AABB