Komm, Trost der Welt
1837Komm, Trost der Welt, du stille Nacht! Wie steigst du von den Bergen sacht, Die Lüfte alle schlafen, Ein Schiffer nur noch, wandermüd, Singt übers Meer sein Abendlied Zu Gottes Lob im Hafen.
Die Jahre wie die Wolken gehn Und lassen mich hier einsam stehn, Die Welt hat mich vergessen, Da tratst du wunderbar zu mir, Wenn ich beim Waldesrauschen hier Gedankenvoll gesessen.
O Trost der Welt, du stille Nacht! Der Tag hat mich so müd gemacht, Das weite Meer schon dunkelt, Laß ausruhn mich von Lust und Not, Bis daß das ewige Morgenrot Den stillen Wald durchfunkelt.
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Interpretation
Das Gedicht "Komm, Trost der Welt" von Joseph von Eichendorff thematisiert die Sehnsucht nach Ruhe und Trost in der Nacht. Der Sprecher ruft die Nacht als "Trost der Welt" an und beschreibt sie als etwas Sanftes und Beruhigendes, das von den Bergen herabsteigt. Die Nacht wird als Kontrast zum hektischen Tag dargestellt, in dem der Sprecher müde und einsam ist. Die Nacht bietet ihm einen Zufluchtsort, an dem er seine Gedanken im Waldrauschen verlieren und zur Ruhe kommen kann. Die zweite Strophe verdeutlicht die Einsamkeit des Sprechers und sein Gefühl, von der Welt vergessen zu sein. Die Jahre vergehen wie Wolken, und er steht allein da. Doch die Nacht tritt "wunderbar" zu ihm, wenn er im Wald sitzt und nachdenkt. Die Nacht wird als ein Ort der Kontemplation und des Trostes dargestellt, an dem der Sprecher seine Gedanken ordnen und zur Ruhe kommen kann. In der letzten Strophe bittet der Sprecher die Nacht, ihn von den Sorgen und Freuden des Tages zu erlösen und zur Ruhe kommen zu lassen. Er sehnt sich danach, bis zum ewigen Morgenrot, das den stillen Wald durchfunkelt, auszuruhen. Die Nacht wird als eine Art Übergang zum ewigen Licht dargestellt, das den Sprecher von seinen weltlichen Sorgen erlöst und ihm Frieden schenkt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Singt übers Meer sein Abendlied
- Apostrophe
- Komm, Trost der Welt, du stille Nacht!
- Hyperbel
- Das weite Meer schon dunkelt
- Kontrast
- Lust und Not
- Metapher
- Die Jahre wie die Wolken gehn
- Personifikation
- Die Lüfte alle schlafen
- Symbolik
- Das ewige Morgenrot