Komm, laß uns spielen
1885Wie bald des Sommers holdes Fest verging! Rauh weht der Herbst; wird′s denn auch Frühling wieder?
Da fällt ein bleicher Sonnenstrahl hernieder - Komm, laß uns spielen, weißer Schmetterling!
Ach, keine Nelke, keine Rose mehr; Am Himmel fährt ein kalt Gewölk daher!
Weh, wie so bald des Sommers Lust verging - O komm! Wo bist du, weißer Schmetterling?
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Interpretation
Das Gedicht "Komm, laß uns spielen" von Theodor Storm thematisiert den flüchtigen Charakter des Sommers und die Vergänglichkeit der Natur. Der Sprecher beklagt das Ende des Sommers, während der Herbst bereits Einzug gehalten hat. Der Herbst wird als rau beschrieben, und es wird die Frage aufgeworfen, ob der Frühling jemals zurückkehren wird. Der Sommer wird als ein "holdes Fest" bezeichnet, was seine Schönheit und Anmut unterstreicht. Ein bleicher Sonnenstrahl fällt hernieder, und der Sprecher ruft den weißen Schmetterling dazu auf, mit ihm zu spielen. Der Schmetterling symbolisiert die Leichtigkeit und Unbeschwertheit des Sommers. Doch die Blumen, wie Nelken und Rosen, sind bereits verblüht, und am Himmel ziehen kalte Wolken vorbei. Der Sprecher bedauert den schnellen Verlauf des Sommers und ruft den Schmetterling erneut, um ihn zu finden. Der Schmetterling scheint jedoch verschwunden zu sein, was die Vergänglichkeit des Sommers und die Unausweichlichkeit des Herbstes verdeutlicht. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und reflektiert über die Vergänglichkeit der Zeit und die Schönheit der Natur. Es erinnert den Leser daran, die flüchtigen Momente des Sommers zu genießen, solange sie noch vorhanden sind. Der weiße Schmetterling wird zum Symbol für die Vergänglichkeit und die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, die Schönheit der Natur bewusst wahrzunehmen und die Vergänglichkeit des Lebens zu akzeptieren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Komm, laß uns spielen, weißer Schmetterling! / O komm! Wo bist du, weißer Schmetterling?
- Apostrophe
- Komm, laß uns spielen, weißer Schmetterling! / O komm! Wo bist du, weißer Schmetterling?
- Interjektion
- Weh, wie so bald des Sommers Lust verging -
- Kontrast
- Ach, keine Nelke, keine Rose mehr; Am Himmel fährt ein kalt Gewölk daher!
- Metapher
- Wie bald des Sommers holdes Fest verging!
- Personifikation
- Wie bald des Sommers holdes Fest verging! Rauh weht der Herbst; wird's denn auch Frühling wieder?