Komm in den totgesagten park

Stefan George

1897

Komm in den totgesagten park und schau: Der schimmer ferner lächelnder gestade. Der reinen wolken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade.

Dort nimm das tiefe gelb. das weiche grau Von birken und von buchs. der wind ist lau. die späten rosen welkten noch nicht ganz. Erlese küsse sie und flicht den kranz.

Vergiss auch diese letzten astern nicht. Den purpur um die ranken wilder reben. Und auch was übrig blieb von grünem leben Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

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Illustration zu Komm in den totgesagten park

Interpretation

Das Gedicht "Komm in den totgesagten park" von Stefan George ist eine Einladung, die Schönheit der Natur auch in ihrer späten Phase zu erkennen und zu genießen. Der Titel deutet auf einen Park hin, der bereits als "totgesagt" gilt, also als vergangen oder bedeutungslos. Doch der Sprecher lädt den Leser ein, diesen Park zu betreten und die verborgenen Schätze zu entdecken. Der erste Vers beschreibt den fernen Schimmer lächelnder Gestade, was auf eine idyllische und friedliche Atmosphäre hindeutet. Die reinen Wolken und das unverhoffte Blau erhellen die Weiher und die bunten Pfade, was auf eine unerwartete Schönheit und Lebendigkeit inmitten des vermeintlich Totgesagten hindeutet. Der zweite Vers lädt den Leser ein, die Farben der Natur zu genießen. Das tiefe Gelb und das weiche Grau der Birken und Büsche werden erwähnt, was auf die herbstliche Färbung der Blätter hinweist. Der Wind wird als lau beschrieben, was auf eine angenehme Temperatur hindeutet. Die späten Rosen sind noch nicht ganz verwelkt, was auf ihre verbliebene Schönheit und Zartheit hinweist. Der Leser wird aufgefordert, diese Rosen zu pflücken und einen Kranz zu flechten, was auf eine romantische und poetische Handlung hindeutet. Der dritte Vers erinnert den Leser daran, auch die letzten Astern nicht zu vergessen und den Purpur um die Ranken wilder Reben zu bewundern. Dies deutet auf die Vielfalt der Pflanzen und ihre unterschiedlichen Farben hin, die noch in voller Pracht erstrahlen. Der letzte Vers ermutigt den Leser, auch das Übrige des grünen Lebens leicht im herbstlichen Gesicht zu ertragen. Dies deutet darauf hin, dass der Herbst eine Zeit des Wandels und des Loslassens ist, aber auch eine Zeit der Schönheit und des Genusses. Insgesamt lädt das Gedicht den Leser ein, die vergängliche Schönheit der Natur zu erkennen und zu schätzen, auch wenn sie bereits als "totgesagt" gilt. Es ermutigt dazu, die kleinen Freuden des Lebens zu genießen und die Vergänglichkeit mit Leichtigkeit zu ertragen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Appell
Vergiss auch diese letzten astern nicht
Bildsprache
purpur um die ranken wilder reben
Kontrast
herbstdlichen gesicht
Metapher
grünem leben
Personifikation
Der reinen wolken unverhofftes blau
Symbolik
flicht den kranz