Kolumbus
1796Steure, mutiger Segler! Es mag der Witz dich verhöhnen, Und der Schiffer am Steur senken die lässige Hand. Immer, immer nach West! Dort muß die Küste sich zeigen, Liegt sie doch deutlich und liegt schimmernd vor deinem Verstand. Traue dem leitenden Gott und folge dem schweigenden Weltmeer, Wär sie noch nicht, sie stieg′ jetzt aus den Fluten empor. Mit dem Genius steht die Natur in ewigem Bunde, Was der eine verspricht, leistet die andre gewiß.
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Interpretation
Das Gedicht "Kolumbus" von Friedrich von Schiller ist eine Ode an den Mut und die Entschlossenheit des Seefahrers Christoph Kolumbus. Es preist seine unerschütterliche Entschlossenheit, trotz Spott und Zweifel der anderen, immer weiter nach Westen zu segeln. Schiller stellt Kolumbus als einen mutigen Pionier dar, der seinem inneren Kompass und dem göttlichen Willen vertraut, auch wenn die Küste noch nicht in Sicht ist. Der zweite Teil des Gedichts betont die untrennbare Verbindung zwischen Genie und Natur. Schiller deutet an, dass die Natur die Versprechen des Genies erfüllt, auch wenn sie noch nicht sichtbar sind. Dies kann als Metapher für Kolumbus' Glauben an die Existenz neuer Länder verstanden werden, die noch entdeckt werden müssen. Der Dichter ermutigt den Seefahrer, seinem Instinkt und seiner Vision zu vertrauen, da die Natur diese Visionen verwirklichen wird. Abschließend lässt sich sagen, dass Schiller in diesem Gedicht die Themen Mut, Entschlossenheit und Glaube an das Unbekannte behandelt. Er stellt Kolumbus als Symbol für den menschlichen Drang nach Entdeckung und Erkenntnis dar. Das Gedicht ist eine Hommage an die Pioniere, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg gehen und so den Fortschritt der Menschheit vorantreiben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Immer, immer nach West!
- Hyperbel
- Wär sie noch nicht, sie stieg′ jetz aus den Fluten empor
- Metapher
- Schiffer am Steur senken die lässige Hand
- Parallelismus
- Was der eine verspricht, leistet die andre gewiß
- Personifikation
- Traue dem leitenden Gott und folge dem schweigenden Weltmeer