Knödellied
unknownDiese wundervollen Knödel Munden wie Ambrosia: Doch entstehn sie wenig edel - Weh, wenn man sie werden sah!
Gott sei Lob! uns bleibt verborgen All′ die schlimme Mantscherei - Und noch minder macht uns Sorgen Der perfekte Magenbrei.
Menschheit, willst du göttlich schmausen, Sieh nur, was man sehen muß! Vorn und hinten wohnt das Grausen, In der Mitte der Genuß.
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Interpretation
Das Gedicht "Knödellied" von Hanns von Gumppenberg handelt von der Ambivalenz zwischen der köstlichen Erscheinung und dem unappetitlichen Herstellungsprozess von Knödeln. Es thematisiert die menschliche Neigung, die unangenehmen Details der Lebensmittelproduktion zu ignorieren, um den Genuss nicht zu trüben. Der Sprecher preist die Knödel als himmlische Speise, vergleichbar mit Ambrosia, dem Nahrungsmittel der Götter. Doch gleichzeitig deutet er an, dass ihr Entstehen alles andere als edel ist. Der Anblick des Herstellungsprozesses würde den Appetit verderben. Glücklicherweise bleibt uns dieser Anblick erspart, wodurch der Genuss erhalten bleibt. Das Gedicht endet mit einer Reflexion über die menschliche Natur. Es suggeriert, dass wir, um uns an den Genüssen des Lebens zu erfreuen, oft die unangenehmen Aspekte ausblenden müssen. Der Genuss befindet sich in der Mitte, während sich das Grauen an den beiden Enden verbirgt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Menschheit, willst du göttlich schmausen
- Ironie
- Gott sei Lob! uns bleibt verborgen All′ die schlimme Mantscherei
- Kontrast
- Vorn und hinten wohnt das Grausen, In der Mitte der Genuß
- Metapher
- Munden wie Ambrosia