Knabentod
unknownVom Berg der Knab′, Der zieht hinab In heißen Sommertagen; Im Tannenwald, Da macht er Halt, Er kann sich kaum noch tragen.
Den wilden Bach, Er sieht ihn jach Ins Tal herunter schäumen; Ihn dürstet sehr, Nun noch viel mehr: Nur hin! Wer würde säumen!
Da ist die Flut! O in der Glut, Was kann so köstlich blinken! Er schöpft und trinkt, Er stürzt und sinkt Und trinkt noch im Versinken!
Das Lied ist aus, Und macht′s dir Graus: Wer wird′s im Winter singen! Zur Sommerzeit Bist du bereit, Dem Knaben nachzuspringen.
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Interpretation
Das Gedicht "Knabentod" von Friedrich Hebbel erzählt die tragische Geschichte eines Jungen, der an einem heißen Sommertag einen Berg hinabsteigt und in einem Tannenwald eine Pause einlegt. Durstig und erschöpft von der Hitze entdeckt er einen wilden Bach, der ins Tal schäumt. Die Anziehungskraft des kühlen Wassers ist unwiderstehlich, und er stürzt sich hinein, um seinen Durst zu stillen. Doch in seiner Eile und Verzweiflung verliert er die Kontrolle und ertrinkt, während er noch immer trinkt. Das Gedicht zeichnet ein lebendiges Bild der sommerlichen Hitze und der Verlockung des Wassers. Die Wiederholung von Wörtern wie "trinkt" und "sinkt" betont die Unausweichlichkeit des Schicksals des Jungen. Die Verwendung von Alliterationen wie "heißen Sommertagen" und "wilden Bach" verstärkt den rhythmischen Fluss des Gedichts und unterstreicht die natürlichen Elemente, die eine Rolle in der Geschichte spielen. Das Gedicht endet mit einem nachdenklichen Ton, der den Leser auffordert, sich im Winter an das Lied zu erinnern und im Sommer bereit zu sein, dem Jungen nachzuspringen. Diese abschließende Zeile könnte als Aufforderung verstanden werden, die Gefahren des Lebens zu erkennen und sich bewusst zu sein, dass die Verlockungen des Augenblicks oft unvorhersehbare Konsequenzen haben können. Das Gedicht dient somit als Mahnung, die Vergänglichkeit des Lebens und die Unberechenbarkeit des Schicksals zu bedenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Vom Berg der Knab', Der zieht hinab
- Bildlichkeit
- Im Tannenwald, Da macht er Halt
- Kontrast
- Zur Sommerzeit / Bist du bereit, / Dem Knaben nachzuspringen
- Metapher
- Die Flut
- Personifikation
- Der zieht hinab
- Rhythmus
- Im Tannenwald, Da macht er Halt, Er kann sich kaum noch tragen
- Symbolik
- Sommerzeit
- Wiederholung
- Er schöpft und trinkt, Er stürzt und sinkt