Kleines Gedicht für große Stotterer

Kurt Schwitters

unknown

Ein Fischge, Fisch, ein Fefefefefischgerippe Lag auf der auf, lag auf der Klippe. Wie kam es, kam, wie kam, wie kam es Dahin, dahin, dahin?

Das Meer hat Meer, das Meer, das hat es Dahin, dahin, dahingespület, Da llllliegt es, liegt, da llllliegt, llliegt es Sehr gut, sogar sehr gut!

Da kam ein Fisch, ein Fefefefefisch, ein Fefefefefefe-Fefefefefefe- (schriller Pfiff) feFe feFe feFe feFefischer, Der frischte, fischte frische Fische. Der nahm es, nahm, der nahm, der nahm es Hinweg, der nahm es weg.

Nun llllliegt die, liegt, nun llliegt die Klippe Ganz o o o ohne Fischge Fischgerippe Im weiten, weit, im We Weltenmeere So nackt, so fufu furchtbar nackt.

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Illustration zu Kleines Gedicht für große Stotterer

Interpretation

Das Gedicht "Kleines Gedicht für große Stotterer" von Kurt Schwitters ist eine humorvolle und einfallsreiche Auseinandersetzung mit dem Thema des Stotterns. Durch die Verwendung von Wiederholungen und Stottersounds imitiert Schwitters die sprachlichen Herausforderungen, denen Stotterer gegenüberstehen, und verwandelt sie in eine künstlerische Ausdrucksform. Das Gedicht erzählt die Geschichte eines Fischskeletts, das auf einer Klippe liegt und von einem Fisch weggeschafft wird, wodurch die Klippe nackt zurückbleibt. Die Wiederholungen und die spielerische Manipulation der Sprache schaffen eine rhythmische und fast musikalische Qualität, die den Leser in den Bann zieht. Schwitters nutzt die sprachlichen Störungen nicht nur als stilistisches Mittel, sondern auch als Mittel zur Empathie und zum Verständnis. Indem er die Stotterer-Laute in den Text integriert, lädt er den Leser ein, die Erfahrung des Stotterns nachzuvollziehen und vielleicht sogar zu schätzen. Die Absurdität der Situation – ein Fisch, der ein anderes Fischskelett wegschafft – unterstreicht die humorvolle Natur des Gedichts und mildert gleichzeitig die Ernsthaftigkeit des Themas. Schwitters schafft es, das Stottern als etwas zu präsentieren, das nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Quelle kreativer Inspiration sein kann. Die Struktur des Gedichts, mit seinen kurzen Zeilen und abrupten Pausen, spiegelt die Unterbrechungen und Wiederholungen wider, die für das Stottern charakteristisch sind. Dieses formale Element verstärkt die thematische Botschaft und macht das Gedicht zu einer einzigartigen Erkundung der menschlichen Sprache und ihrer Unvollkommenheiten. Schwitters' Werk ist ein Beispiel dafür, wie Kunst die Grenzen der Kommunikation erweitern und neue Wege des Ausdrucks finden kann.

Schlüsselwörter

kam dahin nahm meer llllliegt fefe fischge fisch

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
nun llllliegt die, liegt, nun llliegt die Klippe
Anapher
der nahm es, nahm, der nahm, der nahm es
Assonanz
Das Meer hat Meer, das Meer, das hat es
Onomatopoesie
fefefefefefe
Wiederholung
so nackt, so fufu furchtbar nackt