Kleine Blumen ...

Hugo von Hofmannsthal

1924

Kleine Blumen, kleine Lieder, Heller Klang und bunte Pracht, Blumen, die ich nicht gezogen, Lieder, die ich nicht erdacht: – Und ich selber hätte nichts, Dir zu bringen, Dir zu danken, Sollte heute, heute schweigen? Ach, was mein war, die Gedanken, Sind ja längst, schon längst Dein Eigen.

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Interpretation

Das Gedicht "Kleine Blumen ..." von Hugo von Hofmannsthal handelt von der Schönheit und Vergänglichkeit der Natur sowie der Kunst. Der Sprecher preist die kleinen Blumen und Lieder, die er nicht selbst geschaffen hat, aber die ihn mit ihrem hellen Klang und bunten Pracht erfreuen. Er fühlt sich diesen Geschenken gegenüber dankbar, aber auch ein wenig unsicher, da er selbst nichts Vergleichbares zu bieten hat. Er fragt sich, ob er heute schweigen sollte, anstatt seine Gedanken mitzuteilen, die ohnehin schon längst dem Empfänger gehören. Das Gedicht drückt eine tiefe Ehrfurcht vor der Natur und der Kunst aus, die der Sprecher als etwas Göttliches oder Transzendentes empfindet. Er sieht sich selbst als einen bescheidenen Bewunderer und Empfänger dieser Gaben, die er nicht selbst erschaffen kann. Er fühlt sich auch ein wenig unzulänglich, da er nichts Vergleichbares zu bieten hat, um seine Dankbarkeit auszudrücken. Das Gedicht zeigt auch eine gewisse Demut und Selbstlosigkeit des Sprechers, der bereit ist, seine eigenen Gedanken und Gefühle dem Empfänger zu überlassen, da er sie als dessen Eigentum ansieht. Das Gedicht hat eine klare Struktur und einen regelmäßigen Rhythmus, der die Harmonie und den Fluss der Natur und der Kunst widerspiegelt. Die Reime sind einfach und eingängig, was den leichten und fröhlichen Ton des Gedichts unterstreicht. Die Sprache ist poetisch und bildhaft, aber auch direkt und persönlich. Das Gedicht verwendet viele Metaphern und Symbole, um die Schönheit und die Bedeutung der Blumen und Lieder zu vermitteln. Zum Beispiel sind die Blumen ein Symbol für das Leben und die Farbenpracht der Natur, während die Lieder ein Symbol für die Kunst und die menschliche Kreativität sind. Das Gedicht endet mit einer paradoxen Aussage, die die Verbundenheit und die Hingabe des Sprechers zum Ausdruck bringt. Er sagt, dass seine Gedanken längst dem Empfänger gehören, obwohl er sie gerade erst geäußert hat. Dies zeigt, dass er seine Gedanken als etwas Heiliges und Intimes ansieht, das nur für den Empfänger bestimmt ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Kleine Blumen, kleine Lieder, Helder Klang und bunte Pracht
Enjambement
Und ich selber hätte nichts, Dir zu bringen, Dir zu danken
Parallelismus
Blumen, die ich nicht gezogen, Lieder, die ich nicht erdacht
Rhetorische Frage
Sollte heute, heute schweigen?