Klagelied einer Nonne
1866Viel hundert weiße Lilien Im Klostergarten stehn; Die roten, roten Rosen Sind noch einmal so schön. Ach Reiter, junger Reiter, Behalt die Rosen dein; Mir blühen bloß die Lilien, Doch nicht die Röselein.
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Interpretation
Das Gedicht "Klagelied einer Nonne" von Hermann Löns beschreibt die Sehnsucht einer Nonne nach der verlorenen Liebe. Die Nonne vergleicht die weißen Lilien im Klostergarten mit den roten Rosen, die ihr als Symbol für die verbotene Liebe und Leidenschaft fehlen. Die Lilien stehen für die Keuschheit und Reinheit, die sie als Nonne verkörpern soll, während die Rosen ihre verlorene Jugend und Liebe repräsentieren. Die Nonne wendet sich direkt an einen jungen Reiter, der die Rosen in Besitz hat und sie für sich behalten soll. Sie selbst hat nur die Lilien, die ihr als Nonne zugewiesen sind, aber nicht die Rosen, die sie sich wünscht. Die Wiederholung des Wortes "roten" betont die Intensität ihrer Sehnsucht nach der verlorenen Liebe und Leidenschaft. Das Gedicht verdeutlicht den inneren Konflikt der Nonne zwischen ihrer Berufung zum Klosterleben und ihrer unerfüllten Liebe. Die Lilien symbolisieren die Enthaltsamkeit und das Gelübde der Keuschheit, das sie als Nonne abgelegt hat, während die Rosen ihre Sehnsucht nach einer verbotenen Liebe und Leidenschaft darstellen. Die Nonne akzeptiert ihre Rolle im Kloster, aber ihr Herz sehnt sich nach dem, was sie nicht haben kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Ach Reiter, junger Reiter
- Kontrast
- Die roten, roten Rosen / Sind noch einmal so schön
- Metapher
- Viel hundert weiße Lilien
- Personifikation
- Mir blühen bloß die Lilien
- Symbolik
- Lilien / Rosen