Klage
unbekanntO hättest Du nur einmal Die brennende Stirn mir gekühlt, Entflohen wären die Geister, Die meine Seele zerwühlt.
Du aber hast mit Grausen Von mir Dich abgewandt, Und weigerst dem Irrenden, Kranken Für immer die rettende Hand.
Zerstoben ist und zerronnen Der Traum vom reinen Glück, Und wieder bin ich verfallen Dem alten, wüsten Geschick.
Wohlan, Ihr Dämonen der Sinne, Steigt auf, hebt Euch empor, Ich will mein Bewußtsein ertöten, Vergessen, was ich verlor.
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Interpretation
Das Gedicht "Klage" von Felix Dörmann handelt von tiefem Schmerz und Verzweiflung. Der Sprecher beklagt, dass ihm nicht geholfen wurde in einer Zeit der Not, als er eine "brennende Stirn" hatte. Die "Geister", die seine Seele "zerwühlt" haben, sind geflohen, aber die Person, von der er Hilfe erwartet hatte, hat sich mit "Grausen" abgewandt und ihm für immer die "rettende Hand" verweigert. Der Traum vom "reinen Glück" ist zerstoben und zerronnen. Der Sprecher ist wieder dem "alten, wüsten Geschick" verfallen, was auf eine Rückkehr zu alten, negativen Verhaltensweisen oder Umständen hindeutet. Er fühlt sich verlassen und allein gelassen. In den letzten Versen wendet sich der Sprecher direkt an die "Dämonen der Sinne". Er fordert sie auf, aufzusteigen und sich zu erheben. Der Sprecher will sein Bewusstsein "ertöten" und vergessen, was er verloren hat. Dies deutet auf einen Wunsch nach Flucht oder Selbstzerstörung hin, um den Schmerz und die Erinnerungen zu betäuben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- O hättest Du nur einmal
- Hyperbel
- Für immer die rettende Hand
- Metapher
- Bewußtsein ertöten
- Personifikation
- Geister ... zerwühlt