Klage
1914Schlaf und Tod, die düstern Adler Umrauschen nachtlang dieses Haupt: Des Menschen goldnes Bildnis Verschlänge die eisige Woge Der Ewigkeit. An schaurigen Riffen Zerschellt der purpurne Leib Und es klagt die dunkle Stimme Über dem Meer. Schwester stürmischer Schwermut Sieh ein ängstlicher Kahn versinkt Unter Sternen, Dem schweigenden Antlitz der Nacht.
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Interpretation
Das Gedicht "Klage" von Georg Trakl beschreibt eine düstere und melancholische Stimmung, die von Schlaf und Tod beherrscht wird. Die "düstern Adler" symbolisieren diese beiden Elemente, die das Haupt des Sprechers umgeben und ihm keine Ruhe lassen. Die "eisige Woge der Ewigkeit" verschlingt das "goldene Bildnis des Menschen", was auf die Vergänglichkeit des Lebens und die Übermacht des Todes hindeutet. Im zweiten Teil des Gedichts wird das Schicksal eines Menschen dargestellt, dessen "purpurner Leib" an "schaurigen Riffen" zerschellt. Die "dunkle Stimme" klagt über dem Meer und verleiht der Szene eine noch traurigere Note. Die "Schwester stürmischer Schwermut" wird angesprochen, die den Untergang eines "ängstlichen Kahns" unter den Sternen beobachtet. Dieses Bild symbolisiert den Tod eines Menschen, der hilflos und allein in der Nacht versinkt. Die letzte Zeile des Gedichts, "Dem schweigenden Antlitz der Nacht", verstärkt die düstere und einsame Atmosphäre. Die Nacht wird als ein stilles, unergründliches Wesen dargestellt, das den Tod des Menschen beobachtet, aber keine Reaktion zeigt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Traurigkeit und Resignation angesichts der Vergänglichkeit des Lebens und der unausweichlichen Macht von Schlaf und Tod.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- ein ängstlicher Kahn versinkt Unter Sternen
- Personifikation
- Dem schweigenden Antlitz der Nacht