Kinderträume
unknownDer Himmel offenbart sich nur in Träumen, So lang wir noch im Erdenthale wallen: Entfesselt schweben wir durch Wolkenhallen Und brechen Blüten von den Lebensbäumen. Hörst du das Kind entzückt im Traume lallen? Sein Geist ergeht sich in den ew′gen Räumen. Kannst du noch thöricht zu entschlummern säumen? Ein gleiches Loos ist auch für dich gefallen. Nur Kindern steht das Thor des Himmels offen, Um sie nur spielt in unbegrenztes Hoffen, Sie fühlen nicht die schwere Erdenkette Und brauchen keinen Heiland, der sie rette. Geliebte, laß uns werden so wie diese - Um Kinder blühen Unschuldsparadiese.
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Interpretation
Das Gedicht "Kinderträume" von Max von Schenkendorf thematisiert die Reinheit und Unschuld der Kindheit sowie die Verbindung von Träumen und dem Himmel. Der Himmel offenbart sich demnach nur in Träumen, solange man noch auf der Erde wandelt. In Träumen schweben wir entfesselt durch Wolkenhallen und pflücken Blüten von den Lebensbäumen. Das Kind, das im Traum entzückt vor sich hin plappert, schweift mit seinem Geist in die ewigen Räume aus. Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich der Sprecher direkt an den Hörer. Er fordert ihn auf, nicht töricht zu zögern, einzuschlafen, denn auch für ihn ist das Los gefallen, den Himmel in Träumen zu erfahren. Nur Kindern steht demnach das Tor des Himmels offen. Sie leben in unbegrenzter Hoffnung, fühlen nicht die schwere Kette der Erde und brauchen keinen Heiland, der sie rettet. Der Sprecher wünscht sich, dass er und sein Geliebter wieder so werden wie diese Kinder, denn um Kinder blühen Unschuldsparadiese.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Unschuldsparadiese
- Personifikation
- Der Himmel offenbart sich