Kinderspiel
1859»Ich hab eine Zither, du ein blaues Band, komm laß uns werden ein Paar!« … Er faßt nach ihrer braunen Hand und bietet die Lippen ihr dar.
Sie küssen sich hungrig, sie küssen sich satt, die Vöglein lauschen sacht; es rührt sich in den Büschen kein Blatt; nacktfüßig kommt die Nacht.
Die jüngsten Sterne gucken neugierig auf die zwei, ihre goldnen Wimpern zucken .. zögernd ziehen sie vorbei.
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Interpretation
Das Gedicht "Kinderspiel" von Maria Janitschek handelt von einem spielerischen und unschuldigen Zusammensein zweier Kinder. Es beginnt mit einem Angebot des Jungen, der seine Zither als Zeichen der Zuneigung anbietet, während das Mädchen ein blaues Band besitzt. Sie beschließen, ein Paar zu werden, und der Junge nimmt ihre Hand, während er ihr seine Lippen anbietet. Die Kinder küssen sich leidenschaftlich, aber ohne tiefere Bedeutung. Die Natur um sie herum scheint aufmerksam zu sein, doch es regt sich kein Blatt in den Büschen. Die Nacht kommt barfuß und still, als ob sie die Unschuld des Moments bewahren möchte. Die jüngsten Sterne schauen neugierig auf die beiden Kinder und zucken mit ihren goldenen Wimpern, bevor sie zögernd vorbeiziehen. Dies könnte symbolisieren, dass die Zeit vergeht und die Unschuld des Augenblicks nicht ewig währt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- nacktfüßig kommt die Nacht
- Metapher
- Sie küssen sich hungrig, sie küssen sich satt
- Personifikation
- Die jüngsten Sterne gucken neugierig auf die zwei
- Vergleich
- ihre goldnen Wimpern zucken .. zögernd ziehen sie vorbei