Keines Menschen Alltag ist frei...
1887Keines Menschen Alltag ist frei von erbärmlichen Stunden, alles Menschenleben ist Krankheit und Wiedergesunden. Doch in der schwächsten Stunde flehe ich nicht um mein Leben; Gott, du kannst es mir nehmen, du hast mir´s gegeben. Eines erfleh ich im Stande der Schwachheit von dir allein: Laß die kraftlose Stunde mein letztes Stündlein nicht sein.
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Interpretation
Das Gedicht "Keines Menschen Alltag ist frei..." von Walter Flex thematisiert die Vergänglichkeit und die Herausforderungen des menschlichen Lebens. Flex betont, dass jeder Mensch mit schwierigen Stunden konfrontiert wird und dass das Leben selbst von Krankheit und Genesung geprägt ist. Trotz dieser Widrigkeiten zeigt der Dichter eine tiefe spirituelle Hingabe und Akzeptanz gegenüber dem Schicksal, indem er sich nicht darum bittet, am Leben zu bleiben, sondern vielmehr darum, dass die schwächste Stunde nicht die letzte sein möge. Die Stimmung des Gedichts ist von einer Mischung aus Resignation und Hoffnung geprägt. Flex akzeptiert die Unvermeidlichkeit von Leid und Tod, doch gleichzeitig bittet er um die Gnade, dass die Zeit der größten Schwäche nicht mit dem Tod zusammenfällt. Diese Bitte spiegelt den menschlichen Wunsch wider, das Leben nicht in seiner schlimmsten Stunde zu beenden, sondern vielleicht noch eine Chance auf Besserung oder einen würdevollen Abschied zu erhalten. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe philosophische und spirituelle Botschaft über die Natur des Lebens und des Todes. Es regt den Leser dazu an, über die eigene Sterblichkeit und die Bedeutung der schwierigsten Momente im Leben nachzudenken. Flex' Worte laden zur Reflexion über die Akzeptanz des Schicksals und die Hoffnung auf eine gnädige Wendung in den dunkelsten Stunden ein.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Keines Menschen Alltag ist frei von erbärmlichen Stunden
- Anapher
- Keines Menschen Alltag ist frei von erbärmlichen Stunden
- Kontrast
- Keines Menschen Alltag ist frei von erbärmlichen Stunden, alles Menschenleben ist Krankheit und Wiedergesunden
- Metapher
- alles Menschenleben ist Krankheit und Wiedergesunden
- Parallelismus
- alles Menschenleben ist Krankheit und Wiedergesunden
- Personifikation
- Gott, du kannst es mir nehmen, du hast mir's gegeben