Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende

Max Dauthendey

1867

Nun löst ein blauer Tag den andern ab, Sie kommen wie Hochzeitslader den Berg herab Mit Heckenrosen am Hut und feuervergoldetem Stab.

Die Sonne fährt als Prunkkarosse hin, Statt Pferde tausend Wünsche an ihr ziehn, Und jedem sitzt die Schönste in der Sonne drin.

Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende, Nur Sonnenstunden reichen sich die Hände, Es sieht das Aug′, ins Aug′ verliebt, durch alle Wände.

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Interpretation

Das Gedicht "Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende" von Max Dauthendey beschreibt eine idealisierte, fast traumhafte Welt, in der die Zeit keine Grenzen mehr kennt. Die Tage lösen sich in einem endlosen, blauen Strom ab, und die Sonne erscheint als prächtige Karosse, gezogen von tausend Wünschen. Die Schönheit und das Glück sind allgegenwärtig, und jeder Tag ist erfüllt von Freude und Leichtigkeit. Die Bildsprache des Gedichts ist reich an Symbolen und Metaphern. Die "Hochzeitslader" mit ihren Heckenrosen und feuervergoldeten Stäben symbolisieren die Ankunft neuer Tage, die wie Hochzeitsgäste den Berg herabkommen. Die Sonne als "Prunkkarosse" mit tausend Wünschen als Pferde verdeutlicht die Kraft und die Erfüllung, die die Sonne bringt. Die "Schönste" in der Sonne drin deutet auf die Schönheit und das Glück hin, das jeden Tag begleitet. Die letzte Strophe fasst die Essenz des Gedichts zusammen: Die Zeit verliert ihre Bedeutung, und die Tage verschmelzen zu einem einzigen, endlosen Moment des Glücks. Die "Sonnenstunden" reichen sich die Hände, und das Auge, verliebt in das Auge, sieht durch alle Wände. Dies symbolisiert die grenzenlose Liebe und das Glück, das die Welt durchdringt und alle Grenzen aufhebt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Hyperbel
Statt Pferde tausend Wünsche an ihr ziehn
Metapher
Es sieht das Aug′, ins Aug′ verliebt, durch alle Wände
Personifikation
Nur Sonnenstunden reichen sich die Hände
Symbolik
Mit Heckenrosen am Hut und feuervergoldetem Stab