Katze vor Anker
1883Schlafen die Bewohner Von dem Gaffelschoner Im Kajüt am Heck? -
Weil das Boot vor Anker liegt, Hockt die Katze mißvergnügt Oben auf dem Deck.
Sieht sie Mäuse, Ratten? - Doch der Wind hat sich gelegt. Was sich einzig noch bewegt, ist ihr eigner Schatten.
Vor ihr liegt ein dickes Tau, Rund geschlängelt wie ein Kranz, Viel viel länger als ihr Schwanz. Ach, miau - miau.
Keine Ratte, keine Maus, Keine Gasse und kein Haus, Nichts, was mitmiaute.
Und die arme Katerbraut Äußert ihren Kummer laut Dort im Strom bei Flaute.
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Interpretation
Das Gedicht "Katze vor Anker" von Joachim Ringelnatz beschreibt die Langeweile und Frustration einer Katze auf einem Boot, das vor Anker liegt. Die Katze, die normalerweise auf der Jagd nach Mäusen und Ratten ist, findet sich in einer öden Umgebung wieder, in der sich nichts bewegt außer ihrem eigenen Schatten. Die Katze, die gewohnt ist, in Gassen und Häusern zu jagen, fühlt sich auf dem Boot eingesperrt und gelangweilt. Sie miaut laut, um ihren Kummer auszudrücken, da es nichts gibt, was sie jagen oder mit dem sie spielen könnte. Die ruhige See und die Abwesenheit von Beute verstärken ihr Gefühl der Isolation und Langeweile. Das Gedicht vermittelt eine humorvolle und zugleich melancholische Stimmung. Es zeigt die Absurdität der Situation der Katze, die in einer Umgebung gefangen ist, die ihrem natürlichen Verhalten und ihren Instinkten entgegensteht. Die Wiederholung des Miauens am Ende des Gedichts unterstreicht die Verzweiflung und Frustration der Katze, die in ihrer neuen Umgebung nichts zu tun hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Mäuse, Ratten
- Bildsprache
- Oben auf dem Deck, im Strom bei Flaute
- Hyperbel
- Viel viel länger als ihr Schwanz
- Kontrast
- Keine Ratte, keine Maus, Nichts, was mitmiaute
- Metapher
- Katze vor Anker
- Onomatopoesie
- miau - miau
- Personifikation
- Schlafen die Bewohner Von dem Gaffelschoner
- Symbolik
- Katze als Symbol für Einsamkeit und Langeweile
- Vergleich
- Rund geschlängelt wie ein Kranz