Karriere
1862Er stieg von Amt zu Amt mit stetem Glück, Verkehrte höflich selbst mit Erzhalunken, Wich freundlich hier und freundlich dort zurück- Und so ist er gemach emporgesunken.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Karriere" von Otto Ernst beschreibt die Karriere eines Menschen, der scheinbar erfolgreich durch die Ämter aufsteigt. Die Sprache ist dabei voller Ironie und Doppeldeutigkeit. Der erste Vers deutet auf einen kontinuierlichen Aufstieg hin, der mit Glück verbunden ist. Die Verwendung des Wortes "Glück" könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Erfolg nicht unbedingt auf Talent oder harte Arbeit zurückzuführen ist. Im zweiten Vers wird die Anpassungsfähigkeit des Protagonisten betont. Er umgibt sich mit den "Erzhalunken", was auf eine gewisse Verachtung für die Menschen hindeutet, mit denen er sich umgibt. Die Verwendung des Wortes "höflich" könnte auch als ironische Anspielung auf den Mangel an Authentizität interpretiert werden. Der dritte Vers beschreibt die Art und Weise, wie der Protagonist sich in verschiedenen Situationen verhält. Er weicht "freundlich" zurück, was darauf hindeutet, dass er Konflikte vermeidet und sich anpasst, um seinen Aufstieg zu sichern. Im letzten Vers wird die Ironie des Gedichts deutlich. Der Protagonist ist "gemach emporgesunken", was bedeutet, dass er zwar aufgestiegen ist, aber dabei seine Authentizität und Integrität verloren hat. Die Verwendung des Wortes "gesunken" deutet darauf hin, dass sein Aufstieg nicht unbedingt als positiv zu betrachten ist. Insgesamt beschreibt das Gedicht die Karriere eines Menschen, der durch Anpassung und Opportunismus aufsteigt, aber dabei seine eigene Identität verliert. Es ist eine Kritik an der Art von Erfolg, der auf Kosten der eigenen Integrität erlangt wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Und so ist er gemach emporgesunken
- Metapher
- Er stieg von Amt zu Amt mit stetem Glück