Karneval des Unbeschwingten

Maria Luise Weissmann

unknown

Ach, ich war mir ganz entlaufen, Tanzte fremd im fremden Land Und sie wollten mich schon taufen: Einer doch den Namen fand,

Der mich rief, wie sie mich nannten Damals, einst, vor langer Zeit… Und ich wußte: sie erkannten Unter dem gemalten Kleid

Doch den Fremdling, der verblieben, Nun sich selber unbekannt. Sein verstoßnes Herz zu lieben Stand er rot an einer Wand.

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Illustration zu Karneval des Unbeschwingten

Interpretation

Das Gedicht "Karneval des Unbeschwingten" von Maria Luise Weissmann handelt von einer Identitätskrise und dem Verlust des Selbst. Die Sprecherin beschreibt, wie sie sich selbst entlaufen ist und in einem fremden Land tanzt. Sie fühlt sich fremd und unverstanden, und selbst als sie getauft werden soll, findet sich kein passender Name für sie. Die Sprecherin erinnert sich an eine Zeit, in der sie noch einen Namen hatte und von anderen gerufen wurde. Doch nun, unter dem gemalten Kleid, erkennt niemand mehr den Fremdling, der sich selbst unbekannt geworden ist. Das gemalte Kleid symbolisiert die Maske, die die Sprecherin trägt, um ihre wahre Identität zu verbergen. Das Gedicht endet mit einem Bild von einem Fremdling, der an einer Wand steht und sein verstoßenes Herz lieben soll. Dies deutet darauf hin, dass die Sprecherin sich selbst akzeptieren und lieben muss, auch wenn sie sich fremd und unverstanden fühlt. Die rote Farbe des Fremdlings an der Wand könnte auf Scham oder Schuldgefühle hinweisen, die die Sprecherin in Bezug auf ihre Identität empfindet.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Tanzte fremd im fremden Land
Anapher
Und ich wußte: sie erkannten
Metapher
Karneval des Unbeschwingten
Personifikation
Ach, ich war mir ganz entlaufen
Vergleich
wie sie mich nannten
Wiederholung
fremd im fremden Land