Juni-Nachmittag

Lisa Baumfeld

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Der stille Tag spann gold′ne linde Fäden … Ein Seidennetz, das unsre Frühlingserde Dem Himmel nah′ zog. Und vom Himmel strich Ein ferner, frommer, ahnungsbanger Hauch Darüber hin. Und immer musst′ ich denken An jenes Märchen denken … thöricht … schön … … Von Palmengärten, Engeln, süssem Frieden In Gottes wunderliebem Himmelreich.

Ringsum lag′s wartend still … die Halme wehten Und sinnend goss die Sonne ihren Blick Auf leuchtend grüne, leisbewegte Wälder, Und auf verträumte weite Fluren hin, Und alles lag in goldverklärter Schöne, In Erdenschöne.

Von der Erde wob Ein grünes Athmen schwellend herben Lebens Darüber hin.

Es war, es war als ob Die lebensheisse, ewig irre Erde Aufseufzend innehielt′ in tollem Lauf … Sich an des Himmels weite Brust zu schmiegen, Das müde Herz in blauen Traum zu wiegen …

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Illustration zu Juni-Nachmittag

Interpretation

Das Gedicht "Juni-Nachmittag" von Lisa Baumfeld beschreibt einen stillen Sommertag, der von einer goldenen, seidenen Atmosphäre umgeben ist. Die Natur wird als ein Netz dargestellt, das die Erde dem Himmel näher bringt. Ein sanfter Hauch vom Himmel weht darüber hin, und der Erzähler denkt an ein schönes, märchenhaftes Bild von Palmengärten, Engeln und Frieden im Himmelreich Gottes. Die Umgebung liegt still und wartend, während die Sonne ihren Blick auf die grünen, lebendigen Wälder und weiten Felder wirft. Alles ist in einer goldenen, erdverbundenen Schönheit getaucht. Die Erde selbst scheint zu atmen und ein grünes Leben auszusenden. Es ist, als ob die leidenschaftliche, ewige Erde einen Moment innehalten würde, um sich an die weite Brust des Himmels zu schmiegen und ihr müdes Herz in einen blauen Traum zu wiegen. Die Natur wird als ein Ort der Ruhe und des Friedens dargestellt, an dem die Erde eine Verbindung zum Himmel sucht. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Sehnsucht und des Friedens. Die Natur wird als ein Ort der Ruhe und der Verbindung zwischen Erde und Himmel dargestellt. Die Bilder von goldenen Fäden, Seidennetzen und grünem Atmen schaffen eine traumhafte, märchenhafte Atmosphäre. Die Erde scheint sich nach dem Himmel zu sehnen und einen Moment der Ruhe und des Friedens zu finden. Das Gedicht lädt den Leser ein, die Schönheit der Natur zu bewundern und sich von ihr inspirieren zu lassen.

Schlüsselwörter

hin himmel darüber denken lag weite erde stille

Wortwolke

Wortwolke zu Juni-Nachmittag

Stilmittel

Alliteration
ferner, frommer, ahnungsbanger Hauch
Bildsprache
Ein Seidennetz, das unsre Frühlingserde Dem Himmel nah' zog
Hyperbel
Das müde Herz in blauen Traum zu wiegen
Metapher
Der stille Tag spann gold'ne linde Fäden
Personifikation
Und sinnend goss die Sonne ihren Blick
Symbolik
Palmengärten, Engeln, süssem Frieden In Gottes wunderliebem Himmelreich
Vergleich
Es war, es war als ob Die lebensheisse, ewig irre Erde Aufseufzend innehielt' in tollem Lauf