Jugendliebe

Felix Dörmann

1870

Dein Auge glüht und funkelt Wie Morgensonnenlicht, Und meines, qualenverdunkelt, Von fressendem Elend spricht.

Was treibt den asketischen Schwärmer Zu Deines Daseins Pracht? Er kehrt ja nur schroffer und ärmer Zurück in die heimische Nacht!

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Illustration zu Jugendliebe

Interpretation

Das Gedicht "Jugendliebe" von Felix Dörmann beschreibt den Kontrast zwischen der strahlenden Schönheit der geliebten Person und der inneren Zerrissenheit des Sprechers. Das Auge der Geliebten wird mit dem Morgensonnenlicht verglichen, das hell und leuchtend ist. Im Gegensatz dazu ist das Auge des Sprechers von Qualen verdunkelt und spricht von fressendem Elend. Dieser Gegensatz verdeutlicht die emotionale Diskrepanz zwischen den beiden Personen. Der zweite Teil des Gedichts thematisiert die Frage, warum ein asketischer Schwärmer, der ein asketisches Leben führt und sich von weltlichen Genüssen fernhält, von der Pracht des Daseins der Geliebten angezogen wird. Der Schwärmer kehrt nach dem Kontakt mit der Geliebten jedoch nur noch schroffer und ärmer zurück in die heimische Nacht. Dies deutet darauf hin, dass die Begegnung mit der Geliebten den Schwärmer nicht erfüllt oder befriedigt, sondern eher seine innere Leere und Sehnsucht verstärkt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung und thematisiert die unerfüllte Liebe sowie die innere Zerrissenheit des Sprechers. Die Schönheit der Geliebten steht im krassen Gegensatz zur emotionalen Dunkelheit des Sprechers, was die Intensität seiner Sehnsucht und seines Leids unterstreicht. Das Gedicht lässt den Leser an der Komplexität menschlicher Emotionen und Beziehungen teilhaben.

Schlüsselwörter

auge glüht funkelt morgensonnenlicht qualenverdunkelt fressendem elend spricht

Wortwolke

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Stilmittel

Gegenüberstellung
Und meines, qualenverdunkelt, / Von fressendem Elend spricht
Kontrast
Er kehrt ja nur schroffer und ärmer / Zurück in die heimische Nacht!
Metapher
Dein Auge glüht und funkelt / Wie Morgensonnenlicht
Personifikation
Von fressendem Elend spricht
Rhetorische Frage
Was treibt den asketischen Schwärmer / Zu Deines Daseins Pracht?