Jugend-Bildnis meines Vaters
1926Im Auge Traum. Die Stirn wie in Berührung mit etwas Fernem. Um den Mund enorm viel Jugend, ungelächelte Verführung, und vor der vollen schmückenden Verschnürung der schlanken adeligen Uniform der Säbelkorb und beide Hände -, die abwarten, ruhig, zu nichts hingedrängt. Und fast nicht mehr sichtbar: als ob sie zuerst, die Fernes greifenden, verschwänden.
und alles andere mit sich selbst verhängt und ausgelöscht als ob wirs nicht verständen und tief aus eigener Tiefe trüb -. Du schnell vergehendes Daguerreotyp in meinen langsamer vergehenden Händen.
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Interpretation
Das Gedicht "Jugend-Bildnis meines Vaters" von Rainer Maria Rilke beschreibt ein altes Foto des Vaters des Dichters. Das Gedicht zeichnet ein Bild des jungen Mannes auf dem Foto, der von einer Aura des Geheimnisvollen und Unerreichbaren umgeben ist. Die Beschreibung konzentriert sich auf die Augen, die Stirn, den Mund und die Hände des Mannes, die alle eine tiefe innere Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Die zweite Strophe des Gedichts deutet darauf hin, dass das Foto im Laufe der Zeit an Klarheit verloren hat und nun verschwommen und undeutlich ist. Die Beschreibung des Fotos als "Daguerreotyp" deutet darauf hin, dass es sich um ein sehr altes Foto handelt, das mit einer der frühesten Formen der Fotografie aufgenommen wurde. Die letzten Zeilen des Gedichts betonen die Vergänglichkeit des Lebens und die Tatsache, dass selbst die kostbarsten Erinnerungen mit der Zeit verblassen können. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung und reflektiert über die Vergänglichkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des Wandels. Es erinnert uns daran, dass selbst die wertvollsten Erinnerungen mit der Zeit verblassen können und dass wir die Gegenwart schätzen und genießen sollten, solange wir können.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Metapher
- in meinen langsamer vergehenden Händen
- Personifikation
- die abwarten, ruhig, zu nichts hingedrängt