Jünglingsklage
1777Winter, so weichst du, Lieblicher Greis, Der die Gefühle Ruhigt zu Eis. Nun unter Frühlings Üppigem Hauch Schmelzen die Ströme - Busen, du auch!
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Interpretation
Das Gedicht "Jünglingsklage" von Heinrich von Kleist beschreibt den Übergang vom Winter zum Frühling und vergleicht ihn mit der Auflösung von Gefühlen. Der Winter wird als "lieblicher Greis" dargestellt, der die Gefühle "zur Eis" beruhigt. Der Frühling bringt einen "üppigen Hauch", der die Ströme zum Schmelzen bringt und auch den "Busen" zum Erweichen. Die Metapher des "lieblichen Greises" für den Winter verleiht der Jahreszeit eine gewisse Würde und Ruhe. Der Winter wird als eine Zeit der inneren Einkehr und Besinnung dargestellt, in der die Gefühle zur Ruhe kommen und sich verfestigen. Der Frühling hingegen steht für eine Zeit des Erwachens, der Leidenschaft und der Veränderung. Die letzten Zeilen "Schmelzen die Ströme - / Busen, du auch!" können als Aufforderung an den Leser verstanden werden, sich ebenfalls von der starren Kälte des Winters zu lösen und sich den Gefühlen des Frühlings hinzugeben. Das Gedicht vermittelt eine Sehnsucht nach Veränderung und einem Aufbruch in eine neue, leidenschaftlichere Lebensphase.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Der 'Busen' wird als Symbol für die Emotionen oder das Herz verwendet.
- Personifikation
- Winter wird als 'lieblicher Greis' personifiziert.