Jetzt und immer
1920Seit wann du mein - ich weiß es nicht; was weiß das Herz von Zeit und Raum! Mir ist, als wär′s seit gestern erst, daß du erfülltest meinen Traum,
mir ist, als wär′s seit immer schon, so eigen bist du mir vertraut: so ewig lange schon mein Weib, so immer wieder meine Braut.
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Interpretation
Das Gedicht "Jetzt und immer" von Richard Dehmel thematisiert die zeitlose und tiefe Liebe zwischen zwei Menschen. Der Sprecher drückt aus, dass er nicht genau weiß, seit wann die Geliebte seine ist, denn das Herz kennt keine Grenzen von Zeit und Raum. Die Liebe fühlt sich an, als wäre sie erst gestern entstanden, als sie den Traum des Sprechers erfüllte. Gleichzeitig wirkt sie so vertraut und ewig, als wäre sie schon immer seine Frau und immer wieder seine Braut. Die Ambivalenz von Zeit und Ewigkeit wird durch den Titel "Jetzt und immer" verdeutlicht. Die Liebe existiert in einem Zustand des "Jetzt", der gleichzeitig ewig währt. Der Sprecher betont, dass die Liebe jenseits von zeitlichen Dimensionen existiert und keine Anfänge oder Enden kennt. Sie ist ein konstanter, unveränderlicher Zustand des Seins. Die Verwendung von Metaphern wie "Traum" und die Anrede "mein Weib" und "meine Braut" unterstreichen die Intimität und die tiefe Verbundenheit zwischen den Liebenden. Die Wiederholung von "immer" und die Verwendung von "seit" vermitteln ein Gefühl von Kontinuität und Beständigkeit. Das Gedicht feiert die zeitlose Natur der Liebe und die tiefe Verbundenheit zwischen den Liebenden, die jenseits von zeitlichen Grenzen existiert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- mir ist, als wär's seit immer schon, so eigen bist du mir vertraut: so ewig lange schon mein Weib, so immer wieder meine Braut
- Hyperbel
- Seit wann du mein - ich weiß es nicht; was weiß das Herz von Zeit und Raum!
- Metapher
- daß du erfülltest meinen Traum
- Paradox
- Mir ist, als wär's seit gestern erst, daß du erfülltest meinen Traum