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Jetzt und immer

Von

Seit wann du mein – ich weiß es nicht;
was weiß das Herz von Zeit und Raum!
Mir ist, als wär′s seit gestern erst,
daß du erfülltest meinen Traum,

mir ist, als wär′s seit immer schon,
so eigen bist du mir vertraut:
so ewig lange schon mein Weib,
so immer wieder meine Braut.

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Gedicht: Jetzt und immer von Richard Dehmel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Jetzt und immer“ von Richard Dehmel feiert die Ewigkeit und Unauflöslichkeit der Liebe zwischen zwei Menschen. Es verzichtet auf eine genaue Datierung des Liebesbeginns und stellt stattdessen die zeitlose Qualität der Verbindung in den Vordergrund. Die Verwendung von Gegensätzen wie „seit gestern erst“ und „seit immer schon“ unterstreicht die Unfähigkeit des liebenden Herzens, Zeit und Raum zu erfassen und zu definieren, wenn es von Liebe erfüllt ist.

Der Dichter drückt das Gefühl der Verbundenheit durch die Worte „so eigen bist du mir vertraut“ aus. Diese Zeile deutet auf ein tiefes Vertrauen, eine Vertrautheit und ein Gefühl der Zugehörigkeit hin, das über bloße Romantik hinausgeht und eine innige Seelenverwandtschaft vermittelt. Die Metapher der Braut, die „immer wieder“ neu in das Leben des Sprechers tritt, unterstreicht die ständige Erneuerung und das Wiederaufflammen der Liebe.

Die sprachliche Gestaltung des Gedichts ist schlicht und dennoch kraftvoll. Die kurzen Verse und einfachen Worte zeugen von einer direkten und ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Liebe. Die Wiederholung des Wortes „so“ betont die Intensität der Gefühle und die tiefe Verwurzelung der Geliebten im Leben des Sprechers. Der Reichtum des Gedichts liegt nicht in komplexen Bildern, sondern in der tiefen Emotion und der schlichten Wahrhaftigkeit der Aussage.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Gedicht eine Hommage an die ewige Liebe ist, die sich über Zeit und Raum hinwegsetzt. Es ist ein Bekenntnis zu einer Liebe, die tief in der Seele verwurzelt ist und sich durch Vertrautheit, Vertrauen und ständige Erneuerung auszeichnet. Die Einfachheit der Sprache trägt dazu bei, die Universalität dieser Erfahrung zu unterstreichen, die für jeden, der jemals wahre Liebe empfunden hat, nachvollziehbar ist.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.