Jesuitenkirche
1870Die blauen Wolken oben, Die duften wundersam, Und haben sich verschoben Ganz hoch sich aufgehoben - Bunt in die Bilderscheiben Die klare Sonne kam.
Hoch der Altäre Prunken Wölbt sich wie Wolken hin, Im Dunkel goldene Funken. Abseits Gebet, versunken, Krauswilde Schmiederanken Ein Licht im Dämmern drin.
Ein Licht, wie droben knistert Wo strahlend steigt ein Schatz, Ein Licht hienieden flüstert Wo mildiglich es düstert: “Maria Schmerzensmutter, Gib mir am Kreuze Platz!”
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Interpretation
Das Gedicht "Jesuitenkirche" von Peter Hille beschreibt eine eindrucksvolle Atmosphäre in einer Kirche, die durch die Verwendung von Farben und Lichteffekten eine fast mystische Stimmung erzeugt. Die blauen Wolken und das bunte Licht, das durch die Bilderscheiben fällt, vermitteln eine himmlische und erhabene Stimmung. Die hohen Altäre und das goldene Funkeln im Dunkel verstärken diesen Eindruck und lassen die Kirche als einen Ort der Transzendenz erscheinen. Die zweite Strophe führt den Betrachter tiefer in die Kirche und betont die spirituelle Dimension des Ortes. Das abseits gesprochene Gebet und das "Krauswilde Schmiederanken" deuten auf eine intime und persönliche Verbindung zum Göttlichen hin. Das Licht, das im Dämmer drin flackert, symbolisiert die Hoffnung und den Glauben, die auch in der Dunkelheit bestehen bleiben. Im letzten Teil des Gedichts wird die Verbindung zwischen dem Himmel und der Erde hergestellt. Das Licht, das oben knistert und einen Schatz strahlend steigen lässt, steht für die himmlische Herrlichkeit, während das Licht, das unten flüstert, die irdische Sehnsucht nach Erlösung und Trost repräsentiert. Die Anrufung der "Maria Schmerzensmutter" und das Flehen um einen Platz am Kreuze unterstreichen die tiefe religiöse Empfindung und die Suche nach Nähe zu Gott.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Im Dunkel goldene Funken
- Apostrophe
- Maria Schmerzensmutter, Gib mir am Kreuze Platz!
- Bildsprache
- Bunt in die Bilderscheiben Die klare Sonne kam
- Hyperbel
- Krauswilde Schmiederanken
- Kontrast
- Ein Licht, wie droben knistert Wo strahlend steigt ein Schatz, Ein Licht hienieden flüstert Wo mildiglich es düstert
- Metapher
- Die blauen Wolken oben, Die duften wundersam
- Personifikation
- Und haben sich verschoben Ganz hoch sich aufgehoben
- Vergleich
- Hoch der Altäre Prunken Wölbt sich wie Wolken hin