Jenseits der Straße

Cäsar Flaischlen

1864

Es ist nur Schein und ist nur Phrase, drauf dünkelstolz der Alltag stelzt, das Beste liegt jenseits der Straße, da sich der große Haufe wälzt:

Jung und mit Leichtsinn nur zu finden, jenseits der Straße, im Versteck, in quelldurchrauschten Rosengründen und üppig wildem Dorngeheck …

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Illustration zu Jenseits der Straße

Interpretation

Das Gedicht "Jenseits der Straße" von Cäsar Flaischlen beschreibt eine Sehnsucht nach einer idealisierten, verborgenen Welt jenseits des alltäglichen Lebens. Der Dichter betont, dass das, was uns täglich umgibt, nur Schein und Phrase ist, während das wahre Glück und die wahre Schönheit jenseits der Straße liegen. Diese Straße symbolisiert die Grenze zwischen der gewöhnlichen Welt und einer geheimnisvollen, verlockenden Sphäre. Der zweite Teil des Gedichts vermittelt den Eindruck, dass diese verborgene Welt nur von jungen und leichtsinnigen Menschen gefunden werden kann. Es ist ein Ort voller wilder, üppiger Natur, in dem sich der "große Haufe" bewegt, was auf eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten hindeutet. Die "quelldurchrauschten Rosengründen" und das "üppig wilde Dorngeheck" evozieren ein Bild von unberührter, natürlicher Schönheit, die im Kontrast zum geordneten Alltag steht. Die Interpretation des Gedichts könnte lauten, dass es eine Kritik am Alltag und eine Aufforderung zur Flucht in eine idealisierte Welt darstellt. Es spricht diejenigen an, die sich nach einem Leben voller Abenteuer und Schönheit sehnen, fernab von den Zwängen und der Monotonie des täglichen Lebens. Das Gedicht lädt den Leser ein, über die Grenzen des Gewöhnlichen hinauszublicken und die Möglichkeit einer tieferen, erfüllenderen Existenz in Betracht zu ziehen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
üppig wildem Dorngeheck
Personifikation
darauf dünkelstolz der Alltag stelzt