Jene garstige Vettel
1827Jene garstige Vettel, Die buhlerische, Welt heißt man sie, Mich hat sie betrogen Wie die übrigen alle. Glaube nahm sie mir weg, Dann die Hoffnung, Nun wollte sie An die Liebe, Da riß ich aus. Den geretteten Schatz Für ewig zu sichern, Teilt ich ihn weislich Zwischen Suleika und Saki. Jedes der beiden Beeifert sich um die Wette, Höhere Zinsen zu entrichten. Und ich bin reicher als je: Den Glauben hab ich wieder! An ihre Liebe den Glauben; Er, im Becher, gewährt mir Herrliches Gefühl der Gegenwart; Was will da die Hoffnung!
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Interpretation
Das Gedicht "Jene garstige Vettel" von Johann Wolfgang von Goethe beschreibt eine Person, die von der Welt, symbolisiert als eine betrügerische Frau, getäuscht wurde. Die Welt nahm dem Sprecher zunächst den Glauben und dann die Hoffnung, und versuchte schließlich auch noch die Liebe zu rauben. Der Sprecher jedoch floh vor dieser betrügerischen Welt und teilte den geretteten Schatz der Liebe klug zwischen zwei Frauen auf, Suleika und Saki. Diese beiden Frauen konkurrieren nun darum, dem Sprecher höhere Zinsen zu entrichten, was metaphorisch für ihre Liebe und Hingabe steht. Durch diese kluge Aufteilung ist der Sprecher reicher als je zuvor. Er hat seinen Glauben wiedererlangt, nämlich den Glauben an die Liebe. Diese Liebe, symbolisiert durch den Becher, gewährt ihm ein herrliches Gefühl der Gegenwart. Die Hoffnung scheint in diesem Kontext nicht mehr notwendig zu sein, da der Sprecher bereits in der Gegenwart vollkommenes Glück und Zufriedenheit erfährt. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft über die Vergänglichkeit weltlicher Illusionen und die Bedeutung der Liebe als Quelle des Glücks. Es zeigt, wie der Sprecher durch die Flucht vor der betrügerischen Welt und die kluge Aufteilung seiner Liebe zwischen zwei Frauen zu einem erfüllten und reichen Leben gelangt ist. Die Liebe wird hier als etwas dargestellt, das Glauben und Hoffnung übersteigt und ein unmittelbares, gegenwärtiges Glücksgefühl vermittelt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Teilt ich ihn weislich
- Chiasmus
- Den Glauben hab ich wieder! / An ihre Liebe den Glauben
- Hyperbel
- Mich hat sie betrogen / Wie die übrigen alle
- Metapher
- Er, im Becher, gewährt mir / Herrliches Gefühl der Gegenwart
- Parallelismus
- Jedes der beiden / Beeifert sich um die Wette
- Personifikation
- Jene garstige Vettel, / Die buhlerische, / Welt heißt man sie