Jeden Abend werfe ich

Erich Kurt Mühsam

1909

Jeden Abend werfe ich eine Zukunft hinter mich, die sich niemals mehr erhebt - denn sie hat im Geist gelebt. Neue Bilder werden, wachsen; Welten drehn um neue Achsen, werden, sterben, lieben, schaffen. Die Vergangenheiten klaffen. – Tobend, wirbelnd stürzt die Zeit in die Gruft. – Das Leben schreit!

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Interpretation

Das Gedicht "Jeden Abend werfe ich" von Erich Kurt Mühsam beschreibt den zyklischen Prozess des Schaffens und Verwerfens von Zukunftsbildern im Geist. Jeden Abend wirft der Sprecher eine Zukunft hinter sich, die niemals mehr aufersteht, da sie nur im Geist existiert hat. Neue Bilder entstehen und wachsen, Welten drehen sich um neue Achsen, sie entstehen, sterben, lieben und schaffen. Die Kluften der Vergangenheiten klaffen. Die Zeit stürzt tobend und wirbelnd in die Gruft, während das Leben schreit. Das Gedicht vermittelt einen Eindruck von der Vergänglichkeit und Vergessenheit von Zukunftsbildern und -welten, die im Geist erschaffen und dann verworfen werden. Die Bilder und Welten entstehen und vergehen im Geist des Sprechers, ohne jemals wirklich zu existieren. Die Zeit wird als zerstörerische Kraft dargestellt, die alles in die Gruft stürzt, während das Leben in einem vergeblichen Versuch schreit, sich gegen die Vergänglichkeit zu wehren.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Tobend, wirbelnd stürzt die Zeit in die Gruft
Parallelismus
werden, sterben, lieben, schaffen
Personifikation
Das Leben schreit