Jedem werke bin ich fürder tot

Stefan George

1933

Jedem werke bin ich fürder tot. Dich mir nahzurufen mit den sinnen, Neue reden mit dir auszuspinnen, Dienst und lohn, gewährung und verbot,

Von allen dingen ist nur dieses rot Und weinen, daß die bilder immer fliehen, Die in schöner finsternis gediehen - Wann der kalte klare morgen droht.

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Interpretation

Das Gedicht "Jedem Werke bin ich fürder tot" von Stefan George handelt von der Unfähigkeit des lyrischen Ichs, sich in der Welt der Werke und Tätigkeiten zu engagieren. Es fühlt sich von dieser Welt entfremdet und sehnt sich stattdessen nach einer innigen Verbindung zu einer geliebten Person. Das Ich möchte diese Person mit allen Sinnen herbeirufen und mit ihr in einen tiefen, bedeutungsvollen Dialog eintreten. Es sehnt sich nach einem Austausch, der über die Oberfläche hinausgeht und auf einer emotionalen und spirituellen Ebene stattfindet. Das Ich möchte sich hingeben und empfangen, geben und nehmen, in einer symbiotischen Beziehung. Doch die Welt um das Ich herum ist von vergänglicher Natur. Die schönen, in der Dunkelheit entstandenen Bilder und Empfindungen fliehen, sobald der kalte, klare Morgen anbricht. Das Ich ist sich bewusst, dass die Zeit vergeht und die Momente der Intimität und Verbundenheit nicht von Dauer sind. Es weint um den Verlust dieser vergänglichen Schönheit und um die Unmöglichkeit, sie festzuhalten. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht nach einer intensiven, transzendenten Beziehung, die das Ich von der Welt der Werke und Tätigkeiten abhebt. Es zeigt die Vergänglichkeit aller Dinge und die Unfähigkeit des Menschen, die Schönheit und Intimität des Augenblicks zu bewahren.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Bildlichkeit
Von allen dingen ist nur dieses rot
Hyperbel
Neue reden mit dir auszuspinnen
Kontrast
Wann der kalte klare morgen droht
Metapher
Und weinen, daß die bilder immer fliehen
Personifikation
Die in schöner finsternis gediehen