Jedem das Seine

Eduard Mörike

1867

Aninka tanzte Vor uns im Grase Die raschen Weisen. Wie schön war sie!

Mit den gesenkten, Bescheidnen Augen Das stille Mädchen - Mich macht’ es toll!

Da sprang ein Knöpfchen Ihr von der Jacke, Ein goldnes Knöpfchen, Ich fing es auf -

Und dachte Wunder Was mir’s bedeute, Doch hämisch lächelt' Jegór dazu,

Als wollt er sagen: Mein ist das Jäckchen, Und was es decket, Mein ist das Mädchen, Und dein - der Knopf!

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Interpretation

Das Gedicht "Jedem das Seine" von Eduard Mörike erzählt von einer Begegnung des lyrischen Ichs mit Aninka, einem Mädchen, das im Gras tanzt. Die Schönheit und Anmut des Mädchens fesselt den Erzähler, der von ihrem Anblick bezaubert ist. Die raschen Weisen ihres Tanzes und ihr stilles, bescheidenes Wesen lassen das lyrische Ich vor Aufregung fast den Verstand verlieren. Die Situation nimmt eine entscheidende Wendung, als ein Knopf von Ankikas Jacke springt und das lyrische Ich ihn aufhebt. Dieses Ereignis wird als Zeichen oder Wunder interpretiert, das eine tiefere Bedeutung haben könnte. Der Erzähler sinniert über die mögliche Bedeutung des Knopfes, ohne jedoch eine klare Vorstellung davon zu haben. Jegór, vermutlich Ankikas Begleiter, beobachtet die Szene mit einem hämischen Lächeln. Seine Reaktion deutet darauf hin, dass er die Situation durchschaut und dem lyrischen Ich seine Grenzen aufzeigt. Jegórs Worte und Gesten lassen erkennen, dass er Aninka gehört und damit auch alles, was zu ihr gehört, einschließlich des Mädchens selbst. Der Knopf, den das lyrische Ich aufgehoben hat, ist somit das Einzige, was ihm gehört. Die Deutung des Titels "Jedem das Seine" wird deutlich: Jeder erhält nur das, was ihm zusteht, und das lyrische Ich muss erkennen, dass es nur den Knopf, aber nicht das Mädchen, besitzen kann.

Schlüsselwörter

mädchen knöpfchen aninka tanzte grase raschen weisen schön

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Stilmittel

Alliteration
Aninka tanzte, Vor uns im Grase, Die raschen Weisen
Enjambement
Aninka tanzte Vor uns im Grase Die raschen Weisen
Metapher
Mich macht' es toll
Personifikation
Und dachte Wunder
Wiederholung
Mein ist das Jäckchen, Mein ist das Mädchen, Und dein - der Knopf!
freude/>Freude
  • Geburtstag
  • Gemeinfrei
  • Gesellschaft
  • Glaube
  • Hoffnung
  • Lang
  • Liebe
  • Nachdenklich
  • Rom
  • Sommer
  • Tod
  • 654 Wörter

    40 Zeilen

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    Interpretation

    Das Gedicht "Jedem das Seine" von Ludwig Fahrenkrog ist ein Ausdruck völkischen Gedankenguts, das sich fundamental gegen das Christentum und dessen Institutionen wendet. Der Autor preist die natürliche Schönheit und das Leben, symbolisiert durch die "helle Sonne", und stellt diese positiven Elemente den "dunklen" und "frostig" wirkenden Aspekten des Christentums gegenüber. Das lyrische Ich bevorzugt die lebendige und natürliche Welt, einschließlich der Liebe zu seiner Frau und seines leiblichen Sohnes, gegenüber den christlichen Symbolen wie der "gemalten Madonne" und dem "vergoldeten Kruzifix". Fahrenkrog kritisiert das Christentum als "weltfremd" und assoziiert es mit dem Tod und dem Verfall, während er das Leben, die Freude und das Licht als erstrebenswert darstellt. Die völkische Ideologie, die in diesem Gedicht zum Ausdruck kommt, versteht das Blut als Träger der Rasseneigenschaften und als Sitz der Seele. Das Blut wird als etwas Positives dargestellt, das "sprudelt und rot ist", was auf die rassistischen und nationalistischen Vorstellungen von Reinheit und Stärke anspielt. Die abschließende Zeile "Jedem das Seine" ist ein zentrales Motto der völkischen Bewegung und wurde später von den Nationalsozialisten übernommen. Sie impliziert eine Hierarchie der Rassen und eine aggressive Politik gegenüber allem, was als "fremd" oder "anders" angesehen wird. Das Gedicht ist somit ein Beispiel für die Propaganda, die zur Vorbereitung und Rechtfertigung der nationalsozialistischen Ideologie und ihrer Verbrechen beigetragen hat.

    Schlüsselwörter

    völkischen mag kirche liebe tausendmal lieber blut religion

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    Stilmittel

    Gegenüberstellung
    Und tausendmal lieber ist mir mein Weib Als eure gemalte Madonne.
    Hyperbel
    Und tausendmal lieber ist mir der Sohn, Den mir meine Fraue geschenkt hat, Als euer vergoldetes Kruzifix, Das Arme und Beine verrenkt hat.
    Kontrast
    Ich liebe das Leben, die Freude, das Licht Und das Blut, wenn es sprudelt und rot ist.
    Metapher
    Ich mag eure dunkle Kirche nicht! Ich liebe die helle Sonne!
    Personifikation
    Ich mag überhaupt das Weltfremde nicht, Was frostig, vergilbt oder tot ist.