Januar

Wilhelm Müller

1821

Ich bringe dir in weißen kalten Händen Ein warmes Haus, erhellt von tausend Kerzen, Bewohnt von bunten Spielen, Tänzen, Scherzen, Von Amoretten auch, die Pfeile senden.

Sie flattern auf und ab an allen Enden, Die Jungfrau schaut besorgt nach ihrem Herzen, Die Andre schon nach Einem, der den Schmerzen Der Wunde möchte süßen Balsam spenden.

Als hülfreich hab′ ich immer dich erfunden, Vor Allem, wo es gilt den schwachen Schönen, Drum, denk′ ich, wird sie nicht bis morgen klagen.

Bald sind verrauscht des Festes heiße Stunden, Schon hör′ ich Hufschlag vor dem Thore dröhnen: Reich′ ihr den Arm und führe sie zum Wagen!

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Illustration zu Januar

Interpretation

Das Gedicht "Januar" von Wilhelm Müller handelt von einem Boten, der im kalten Wintermonat eine Dame besucht, um sie zu einem Fest zu begleiten. Der Bote bringt ein "warmes Haus" voller Freude, Spiele und Amoretten, die Pfeile der Liebe versenden. Die Dame ist besorgt um ihr Herz, während andere nach jemandem suchen, der den Schmerz einer Wunde lindern kann. Der Bote fühlt sich hilfsbereit und denkt, dass die Dame nicht bis zum nächsten Tag klagen wird, da er immer für die schwachen Schönen da ist. Doch bald sind die heißen Stunden des Festes vorbei, und der Bote hört das Hufgetrappel eines Wagens vor dem Tor. Er bittet die Dame, ihm den Arm zu reichen, um sie zum Wagen zu führen, was auf eine bevorstehende Abreise oder einen neuen Anfang hindeutet. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre von Kälte und Wärme, Freude und Sorge, sowie die Vergänglichkeit des Lebens und der Feste. Der Bote scheint eine wichtige Rolle im Leben der Dame zu spielen, indem er sie unterstützt und begleitet, auch wenn seine Hilfe nur von kurzer Dauer sein mag.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Januar

Stilmittel

Alliteration
Die Jungfrau schaut besorgt nach ihrem Herzen
Anspielung
Amoretten auch, die Pfeile senden
Bildlichkeit
Die Jungfrau schaut besorgt nach ihrem Herzen, Die Andre schon nach Einem, der den Schmerzen Der Wunde möchte süßen Balsam spenden
Hyperbel
erhellt von tausend Kerzen
Kontrast
in weißen kalten Händen Ein warmes Haus
Metapher
schon hör′ ich Hufschlag vor dem Thore dröhnen
Personifikation
Die Jungfrau schaut besorgt nach ihrem Herzen
Symbolik
Die Jungfrau schaut besorgt nach ihrem Herzen