Jahraus, jahrein

Johann Wolfgang von Goethe

1827

Ohne Schrittschuh und Schellengeläut Ist der Januar ein böses Heut.

Ohne Fastnachtstanz und Mummenspiel Ist am Februar auch nicht viel.

Willst du den März nicht ganz verlieren, So laß nicht in April dich führen.

Den ersten April mußt überstehn, Dann kann dir manches Guts geschehn.

Und weiterhin im Mai, wenn′s glückt, Hat dich wieder ein Mädchen berückt.

Und das beschäftigt dich so sehr, Zählst Tage, Wochen und Monde nicht mehr.

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Illustration zu Jahraus, jahrein

Interpretation

Das Gedicht "Jahraus, jahrein" von Johann Wolfgang von Goethe beschreibt die Monate des Jahres als eine Abfolge von Ereignissen und Erfahrungen, die den Lauf der Zeit markieren. Der Januar wird als ein "böses Heut" dargestellt, das ohne den fröhlichen Lärm von Schrittschuh und Schellengeläut auskommt. Der Februar ist ebenfalls trist, da er ohne Fastnachtstanz und Mummenspiel auskommt. Der März droht verloren zu gehen, wenn man sich nicht von den Verlockungen des Aprils ablenken lässt. Der April bringt eine Wende, denn wer ihn übersteht, kann auf Gutes hoffen. Im Mai, wenn das Glück hold ist, wird man erneut von einem Mädchen bezaubert. Diese Verliebtheit beschäftigt einen so sehr, dass man die Zeit aus den Augen verliert und die Tage, Wochen und Monde nicht mehr zählt. Das Gedicht vermittelt eine leicht melancholische Stimmung, die den Wechsel der Jahreszeiten und die Vergänglichkeit der Zeit reflektiert.

Schlüsselwörter

april schrittschuh schellengeläut januar böses heut fastnachtstanz mummenspiel

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Die Wiederholung des 's' in 'Schrittschuh und Schellengeläut' und des 'm' in 'Mummenspiel' sind Beispiele für Alliteration.
Hyperbel
Die Aussage 'Zählst Tage, Wochen und Monde nicht mehr' übertreibt die Beschäftigung mit dem Mädchen.
Kontrast
Der Kontrast zwischen der Langeweile der Wintermonate und der Lebendigkeit des Frühlings wird durch die Beschreibung der Aktivitäten und Gefühle in jedem Monat hervorgehoben.
Metapher
Der März wird als etwas dargestellt, das 'verloren' werden kann, was metaphorisch für die Vergänglichkeit der Zeit steht.
Personifikation
Der Januar wird als 'böses Heut' bezeichnet, was ihm menschliche Eigenschaften verleiht.
Reimschema
Das Gedicht folgt einem einfachen AABB-Reimschema, wobei die Zeilen in Paaren reimen.