Jähes Erwachen

Arno Holz

1929

Ein Tag … ohne dich ist … kein Tag!

Die Stunden … kriechen. Alles … öde … alles leer!

Noch … nachts, mitten zwischen zwei Träumen, die mich in deine Arme wiegen, plötzlich: Ich schrecke auf!

Mit … zitterndem … Herzen! Liegst du … jetzt wach? Sehnst du … dich … nach mir? Riefst du … mich ?

Schwarze, schwere, regungslose, nur durch das jagende, fiebernde, pochende Pulsen meines Bluts durchhämmerte Stille!

……………

Fern … von mir … fern bist … du, fern!

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Jähes Erwachen

Interpretation

Das Gedicht "Jähes Erwachen" von Arno Holz thematisiert die tiefe Sehnsucht und das Gefühl der Leere, das der Sprecher empfindet, wenn er von seiner geliebten Person getrennt ist. Der Tag ohne die Anwesenheit des geliebten Menschen wird als sinnlos und öde beschrieben, wobei die Stunden sich quälend langsam dahinziehen. Die Leere und Öde durchdringen alles, und selbst in der Nacht, zwischen Träumen, die den Sprecher in die Arme seiner Liebsten wiegen, wird er plötzlich wach und von der Sehnsucht überwältigt. Die zweite Strophe verdeutlicht die emotionale Intensität des Erwachens. Das Herz des Sprechers zittert vor Angst und Unsicherheit. Er fragt sich, ob die Geliebte ebenfalls wach ist und sich nach ihm sehnt. Die Stille, die ihn umgibt, wird als schwer, regungslos und durch das pochende Blut des Sprechers durchhämmerte Stille beschrieben. Diese Stille symbolisiert die tiefe Einsamkeit und das Gefühl der Isolation, das der Sprecher in Abwesenheit seiner Liebsten empfindet. Im letzten Abschnitt des Gedichts wird die räumliche Distanz zwischen dem Sprecher und seiner Geliebten betont. Die Wiederholung des Wortes "fern" unterstreicht die emotionale und physische Trennung, die der Sprecher empfindet. Die Ellipse am Ende des Gedichts lässt den Leser in der Stille und Leere zurück, die der Sprecher empfindet, und verdeutlicht die unendliche Sehnsucht nach der Anwesenheit der Geliebten.

Schlüsselwörter

fern tag kein stunden kriechen öde leer nachts

Wortwolke

Wortwolke zu Jähes Erwachen

Stilmittel

Alliteration
jagende, fiebernde, pochende
Aufzählung
Schwarze, schwere, regungslose
Ellipsen
Ein Tag ... ohne dich ist ... kein Tag!
Enjambement
Mit ... zitterndem ... Herzen!
Parallelismus
Fern ... von mir ... fern bist ... du, fern!
Personifikation
Die Stunden ... kriechen
Rhetorische Frage
Liegst du ... jetzt wach? Sehnst du ... dich ... nach mir? Riefst du ... mich ?
Wiederholung
alles ... öde ... alles leer!