Jägerlied
unbekanntZierlich ist des Vogels Tritt im Schnee, wenn er wandelt auf des Berges Höh′: Zierlicher schreibt Liebchens liebe Hand, schreibt ein Brieflein mir in ferne Land′.
In die Lüfte hoch ein Reiher steigt, dahin weder Pfeil noch Kugel fleugt: Tausendmal so hoch und so geschwind die Gedanken treuer Liebe sind.
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Interpretation
Das Gedicht "Jägerlied" von Eduard Mörike beschreibt die Schönheit und Anmut der Natur sowie die tiefe Zuneigung des lyrischen Ichs zu seinem Liebchen. Der erste Teil des Gedichts vergleicht den zierlichen Tritt eines Vogels im Schnee mit der liebevollen Hand des Liebchens, das einen Brief in ein fernes Land schreibt. Diese Gegenüberstellung betont die Zartheit und Sorgfalt, die sowohl in der Natur als auch in der Liebe zu finden sind. Im zweiten Teil des Gedichts wird ein Reiher beschrieben, der hoch in die Lüfte steigt und dabei eine Geschwindigkeit und Höhe erreicht, die selbst Pfeile oder Kugeln nicht erreichen können. Dieser Vergleich dient als Metapher für die Gedanken treuer Liebe, die ebenso schnell und hoch sind wie der Reiher. Die Gedanken der Liebe sind grenzenlos und können jede Distanz überwinden, genau wie der Reiher in den Himmel aufsteigt. Die Naturbilder im Gedicht dienen als Symbole für die Schönheit und Beständigkeit der Liebe. Der zierliche Vogeltritt und die liebevolle Hand des Liebchens repräsentieren die Zärtlichkeit und Hingabe in der Beziehung. Der aufsteigende Reiher symbolisiert die unerschütterliche Treue und die grenzenlose Natur der Liebe, die selbst die größten Entfernungen überwinden kann. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Wertschätzung für die Natur und die Liebe. Eduard Mörike nutzt geschickt Naturbilder, um die Emotionen und Gedanken des lyrischen Ichs auszudrücken. Das Gedicht lädt den Leser ein, die Schönheit der Natur zu bewundern und gleichzeitig die Kraft und Beständigkeit der Liebe zu erkennen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Tausendmal so hoch und so geschwind die Gedanken treuer Liebe sind
- Metapher
- Zierlicher schreibt Liebchens liebe Hand, schreibt ein Brieflein mir in ferne Land′
- Personifikation
- In die Lüfte hoch ein Reiher steigt
- Vergleich
- Zierlich ist des Vogels Tritt im Schnee