Ist doch - rufen sie vermessen...
1836»Ist doch - rufen sie vermessen - Nichts im Werke, nicht gethan!« Und das Große reift in dessen Still heran. Es erscheint nun; niemand sieht es, Niemand hört es im Geschrei: Mit bescheidner Trauer zieht es Still vorbei.
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Interpretation
Das Gedicht "Ist doch - rufen sie vermessen..." von Ernst von Feuchtersleben beschäftigt sich mit dem Kontrast zwischen oberflächlicher Beurteilung und der stillen Entfaltung wahrer Größe. Die erste Strophe setzt mit einer kritischen Anklage ein, die die Kurzsichtigkeit der Menschen gegenüber bedeutenden Werken oder Leistungen hervorhebt. Die "vermessen" Rufenden erkennen nicht den Wert dessen, was sich entwickelt, und verwerfen es als "Nichts im Werke, nicht gethan". Dies unterstreicht die menschliche Tendenz, das zu unterschätzen, was Zeit und Geduld erfordert. Die zweite Strophe verdeutlicht, dass wahre Größe oft im Stillen entsteht und sich entfaltet. Das "Große" reift "still heran", ohne Aufsehen zu erregen. Wenn es schließlich erscheint, bleibt es von den meisten unbemerkt, da es inmitten des "Geschreis" der Welt untergeht. Die Metapher des stillen Vorüberziehens mit "bescheidner Trauer" verleiht dem Gedicht eine melancholische Note. Es suggeriert, dass Größe oft unerkannt bleibt und still vorübergeht, ohne die Anerkennung zu erhalten, die sie verdient. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefgründige Botschaft über die Natur der wahren Leistung und die menschliche Unfähigkeit, sie zu würdigen. Es regt zum Nachdenken über die Bedeutung von Geduld, Bescheidenheit und der Fähigkeit an, über das Offensichtliche hinauszuschauen. Feuchtersleben lädt den Leser ein, die stillen, unscheinbaren Prozesse zu schätzen, die oft zu den größten Errungenschaften führen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Mit bescheidner Trauer zieht es Still vorbei.
- Anapher
- »Ist doch - rufen sie vermessen -
- Kontrast
- Und das Große reift in dessen Still heran.
- Personifikation
- Und das Große reift in dessen Still heran.