Israfel
unknownund der die süßeste Stimme von allen Kreaturen Gottes hat. Koran
Im Himmel wohnt ein Geist, Sein Herz ein Saitenspiel. Keiner singt so wild und schön Wie Israfel. Am fernsten Ziel Bleiben die Sterne stehn (wie es heißt), Gebannt vom Getön.
Auf seinen Pfaden Zur höchsten Mitternacht Taumelt der Mond liebe-entfacht. Ja, der Blitz und die raschen Plejaden Halten inne im Lauf Und horchen auf.
Und die Engelschar, die ihn umringt, Und das lauschende Sternengedränge Sie sagen, daß Israfels Glut Allein in der Harfe ruht, Deren zitternde, lebende Stränge Er berührt, wenn er singt.
Doch tritt der Engel Bahnen, Wo tiefe Gedanken Gebot, Wo die Liebe ein starker Gott, Wo die Huris immerdar In Schönheit strahlen, so wunderbar, Wie wir sie hienieden nicht ahnen.
Wohl ist voll Glut sein Gesang. In der Laute wilden Klang, Ihrem Hassen und Liebesrasen, Mischt sich der Überschwang Der Himmels-Ekstasen.
Der Himmel ist sein. Doch dies ist eine Welt voll Müh Und Unvollkommenheit. Unsere Blumen welken früh, Und unser Sonnenschein Ist der Schatten seiner Seligkeit.
Wohnt ich wie er in Himmelshöhn Und er wäre ich - Er sänge wohl nicht so wild und schön Sterbliche Melodien, Doch kühne Gesänge würden sich Auch dann durch die Himmel ziehn.
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Interpretation
Das Gedicht "Israfel" von Edgar Allan Poe beschreibt die überirdische Schönheit und Kraft des Engels Israfel, dessen Gesang die Sterne zum Stillstand bringt und selbst den Mond betört. Israfel wird als ein Geist im Himmel dargestellt, dessen Herz eine Saitenspiel ist und der mit seiner wilden und schönen Stimme alle anderen Geschöpfe übertrifft. Der Dichter schildert, wie Israfels Gesang die Engel und Sterne in seinen Bann zieht und sie in Staunen versetzt. Poe kontrastiert die himmlische Perfektion Israfels mit der unvollkommenen Welt der Sterblichen. Er beschreibt, wie Israfels Gesang voller Leidenschaft und Ekstase ist, aber auch von Hass und Liebesraserei durchzogen ist. Der Dichter bedauert, dass die irdische Welt von Mühsal und Unvollkommenheit geprägt ist, und dass die Blumen früh welken und das Sonnenlicht nur ein Schatten der himmlischen Seligkeit ist. In den letzten Strophen des Gedichts stellt sich Poe vor, wie er an Israfels Stelle im Himmel wohnen und singen würde. Er glaubt, dass er dann nicht so wild und schön singen würde wie Israfel, aber seine kühnen Gesänge würden sich trotzdem durch die Himmel ziehen. Das Gedicht endet mit einem Hauch von Melancholie und Sehnsucht nach der verlorenen Unschuld und Schönheit der himmlischen Sphäre.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Auf seinen Pfaden
- Bildsprache
- In der Laute wilden Klang
- Hyperbel
- In Schönheit strahlen, so wunderbar
- Hypothetische Situation
- Wohnt ich wie er in Himmelshöhn Und er wäre ich
- Kontrast
- Er sänge wohl nicht so wild und schön Sterbliche Melodien
- Metapher
- Und unser Sonnenschein Ist der Schatten seiner Seligkeit
- Personifikation
- Ja, der Blitz und die raschen Plejaden Halten inne im Lauf
- Vergleich
- Wo die Liebe ein starker Gott