Irrlicht
1827In die tiefsten Felsengründe Lockte mich ein Irrlicht hin: Wie ich einen Ausgang finde, Liegt nicht schwer mir in dem Sinn.
Bin gewohnt das Irregehen, ′s führt ja jeder Weg zum Ziel: Uns′re Freuden, uns′re Leiden, Alles eines Irrlichts Spiel!
Durch des Bergstroms trock′ne Rinnen Wind′ ich ruhig mich hinab, Jeder Strom wird′s Meer gewinnen, Jedes Leiden auch sein Grab.
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Interpretation
Das Gedicht "Irrlicht" von Wilhelm Müller handelt von der Reise des lyrischen Ichs durch die Tiefen des Lebens, geleitet von einem Irrlicht. Das Irrlicht symbolisiert die ungewisse Führung und die Täuschungen, die man im Leben erfährt. Das Ich lässt sich von diesem Licht in die tiefsten Felsengründe locken, ohne sich allzu sehr Sorgen um den Ausweg zu machen, da es gewohnt ist, sich zu verirren. In den folgenden Strophen reflektiert das Ich über die Natur des Irrlichts und des Lebens. Es erkennt, dass jeder Weg, egal wie irrtümlich, letztendlich zum Ziel führt. Freuden und Leiden werden als Spiele des Irrlichts dargestellt, was die Vergänglichkeit und die Unberechenbarkeit des Lebens unterstreicht. Das Ich akzeptiert diese Unsicherheit und findet eine gewisse Ruhe in der Akzeptanz des Schicksals. Die letzte Strophe beschreibt die Reise des Ichs durch trockene Bachbetten eines Bergstroms, was die Überwindung von Hindernissen symbolisiert. Das Ich bewegt sich ruhig und gelassen, da es weiß, dass jeder Strom, egal wie klein, letztendlich ins Meer mündet. Ebenso wird jedes Leiden sein Grab finden, was die Hoffnung auf Erlösung und das Ende des Leidens ausdrückt. Das Gedicht endet mit einer optimistischen Note, die darauf hindeutet, dass alle Wege, trotz ihrer Irrungen und Wirrungen, zu einem Ziel führen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Wind′ ich ruhig mich hinab
- Hyperbel
- In die tiefsten Felsengründe
- Kontrast
- Freuden und Leiden
- Metapher
- Jedes Leiden auch sein Grab
- Parallelismus
- Uns′re Freuden, uns′re Leiden
- Personifikation
- Irrlicht lockt mich
- Symbolik
- Bergstrom als Lebensweg