Intermezzo

Joseph von Eichendorff

1857

Wohl vor lauter Sinnen, Singen Kommen wir nicht recht zum Leben; Wieder ohne rechtes Leben Muß zu Ende gehn das Singen; Ging zu Ende dann das Singen: Mögen wir auch nicht länger leben.

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Interpretation

Das Gedicht "Intermezzo" von Joseph von Eichendorff thematisiert die Spannung zwischen dem poetischen Leben und dem tatsächlichen Leben. Es beginnt mit der Feststellung, dass das Sinnen und Singen, also das kreative und poetische Tun, uns vom eigentlichen Leben abhält. Die ersten beiden Zeilen verdeutlichen, dass wir durch die Beschäftigung mit Poesie und Kunst den Zugang zum wirklichen Leben verlieren. Dies wird als ein Zustand der Unvollständigkeit dargestellt, da das Leben ohne das poetische Schaffen als unzureichend empfunden wird. Der zweite Teil des Gedichts setzt sich mit den Konsequenzen dieses Zustands auseinander. Es wird deutlich, dass das poetische Schaffen, das Singen, zu Ende gehen muss, und mit ihm auch das Leben selbst. Die Zeile "Ging zu Ende dann das Singen" deutet darauf hin, dass das Ende des poetischen Schaffens auch das Ende des Lebens bedeutet. Dies impliziert, dass das Leben ohne die kreative Tätigkeit als sinnlos oder nicht lebenswert empfunden wird. Das Gedicht stellt somit die Frage nach dem Wert des Lebens ohne Kunst und Kreativität. Im abschließenden Teil des Gedichts wird eine Resignation gegenüber dem Leben ohne Poesie ausgedrückt. Die letzte Zeile "Mögen wir auch nicht länger leben" deutet darauf hin, dass das Leben ohne das poetische Schaffen nicht mehr lebenswert ist. Dies kann als eine Kritik an der Gesellschaft verstanden werden, die das kreative und poetische Leben nicht ausreichend wertschätzt oder fördert. Eichendorff fordert damit eine tiefere Auseinandersetzung mit der Rolle der Kunst im Leben und stellt die Frage, ob ein Leben ohne Kreativität und Poesie überhaupt lebenswert ist.

Schlüsselwörter

singen leben ende lauter sinnen kommen recht rechtes

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Stilmittel

Anapher
Wieder ohne rechtes Leben / Muß zu Ende gehn das Singen; / Ging zu Ende dann das Singen:
Chiasmus
Wohl vor lauter Sinnen, Singen / Kommen wir nicht recht zum Leben
Parallelismus
Wieder ohne rechtes Leben / Muß zu Ende gehn das Singen; / Ging zu Ende dann das Singen
Rhetorische Frage
Mögen wir auch nicht länger leben