In Venedig

Georg Trakl

1914

Stille in nächtigem Zimmer. Silbern flackert der Leuchter Vor dem singenden Odem Des Einsamen; Zaubrisches Rosengewölk.

Schwärzlicher Fliegenschwarm Verdunkelt den steinernen Raum, Und es starrt von der Qual Des goldenen Tags das Haupt Des Heimatlosen.

Reglos nachtet das Meer. Stern und schwärzliche Fahrt Entschwand am Kanal. Kind, dein kränkliches Lächeln Folgte mir leise im Schlaf.

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Illustration zu In Venedig

Interpretation

Das Gedicht "In Venedig" von Georg Trakl beschreibt eine nächtliche Szene, die von Stille und Einsamkeit geprägt ist. Der Sprecher befindet sich in einem Zimmer, wo ein Leuchter silbern flackert vor dem "singenden Odem des Einsamen". Ein zauberhaftes Rosengewölk umgibt die Szene, die jedoch auch von einer schwärzlichen Fliegenwolke verdunkelt wird, die den steinernen Raum erfüllt. Das Haupt des Heimatlosen starrt von der Qual des goldenen Tags. Das Gedicht wechselt dann zur Beschreibung des Meeres, das reglos nachtet. Die Sterne und die schwärzliche Fahrt sind am Kanal verschwunden. Das kränkliche Lächeln eines Kindes folgt dem Sprecher leise im Schlaf. Die Stimmung des Gedichts ist düster und melancholisch, geprägt von Einsamkeit, Verlust und dem Gefühl der Entwurzelung. Die Bilder von Fliegen, Dunkelheit und dem Heimatlosen Kopf verstärken die bedrückende Atmosphäre.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Stern und schwärzliche Fahrt
Metapher
Des goldenen Tags das Haupt
Personifikation
Reglos nachtet das Meer