In meinem Schoße
1943In meinem Schoße schlafen die dunkelen Wolken - darum bin ich so traurig, du Holdester.
Ich muss deinen Namen rufen mit der Stimme des Paradiesvogels, wenn sich meine Lippen bunt färben.
Es schlafen schon alle Bäume im Garten - auch der nimmermüde vor meinem Fenster -
Es rauscht der Flügel des Geiers und trägt mich durch die Lüfte bis über dein Haus.
Meine Arme legen sich um deine Hüften, mich zu spiegeln in deines Leibes Verklärtheit.
Lösche mein Herz nicht aus - du den Weg findest - immerdar.
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Interpretation
Das Gedicht "In meinem Schoße" von Else Lasker-Schüler handelt von einer tiefen Sehnsucht und einer mystischen Verbindung zu einem geliebten Menschen. Die Sprecherin beschreibt, wie dunkle Wolken in ihrem Schoß schlafen, was ihre Traurigkeit erklärt. Sie ruft den Namen des Geliebten mit der Stimme eines Paradiesvogels, was auf eine exotische und farbenfrohe Art der Kommunikation hindeutet. Die umgebende Natur, einschließlich der schlafenden Bäume und des Geiers, schafft eine traumhafte Atmosphäre, die die emotionale Intensität des Gedichts verstärkt. Die Sprecherin imaginiert, wie der Flügel des Geiers sie durch die Lüfte trägt, bis über das Haus des Geliebten. Dies symbolisiert eine spirituelle Reise oder eine Sehnsucht, die physische Grenzen überwindet. Die Arme der Sprecherin umfassen die Hüften des Geliebten, und sie spiegelt sich in der Verklärtheit seines Körpers, was auf eine tiefe emotionale und möglicherweise spirituelle Vereinigung hindeutet. Das Gedicht vermittelt eine Mischung aus Traurigkeit, Sehnsucht und mystischer Verbundenheit. Im letzten Teil des Gedichts bittet die Sprecherin den Geliebten, ihr Herz nicht auszulöschen, und betont, dass sie den Weg immerdar finden wird. Dies unterstreicht die Beständigkeit und Unveränderlichkeit ihrer Gefühle. Das Gedicht endet mit einer starken emotionalen Aussage über die ewige Natur ihrer Liebe und Sehnsucht, die trotz aller Widrigkeiten bestehen bleibt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- du den Weg findest - immerdar
- Bildsprache
- meine Lippen bunt färben
- Hyperbel
- Es rauscht der Flügel des Geiers und trägt mich durch die Lüfte bis über dein Haus
- Metapher
- meine Arme legen sich um deine Hüften, mich zu spiegeln in deines Leibes Verklärtheit
- Parallelismus
- Es schlafen schon alle Bäume im Garten - auch der nimmermüde vor meinem Fenster -
- Personifikation
- Es schlafen schon alle Bäume im Garten
- Symbolik
- mit der Stimme des Paradiesvogels