In ihrem Arm
1897O laß mich ruhen in deinem Arm Und tief in die Augen dir schaun! Das löst mir vom Herzen den nagenden Harm, Und herab in die Seele fühl′ ich es warm Wie aus dem Himmel mir taun.
Reich her, reich her den göttlichen Trank, Der von den Lippen dir quillt! Ich dürste und schmachte matt und krank; Erst wenn ich an deinen Busen sank, Wird all mein Sehnen gestillt!
O mehr noch! Was schüttelst du lächelnd dein Haupt? In Küssen gieb mir das Glück, Das flüchtige, das mir die Welt geraubt, Und den alten Glauben, den ich geglaubt, Und der Kindheit Frieden zurück!
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Interpretation
Das Gedicht "In ihrem Arm" von Adolf Friedrich Graf von Schack ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung, in der der lyrische Ich- Sprecher nach Trost und Erfüllung durch die Umarmung seiner Geliebten sucht. Der erste Teil des Gedichts beschreibt das Verlangen nach körperlicher Nähe und emotionaler Geborgenheit. Der Sprecher sehnt sich danach, in den Armen seiner Geliebten zu ruhen und tief in ihre Augen zu schauen, was ihm Trost spendet und sein Herz erwärmt, als käme die Wärme direkt vom Himmel. Im zweiten Teil des Gedichts wird das Verlangen nach einem göttlichen Trank ausgedrückt, der von den Lippen der Geliebten fließt. Der Sprecher fühlt sich matt und krank vor Durst und Verlangen, und erst wenn er an ihre Brust sinkt, wird sein Sehnen gestillt. Dieser Trank symbolisiert die Liebe und Zuneigung der Geliebten, die den Sprecher heilt und ihm neue Kraft gibt. Im letzten Teil des Gedichts bittet der Sprecher seine Geliebte, ihm in Küssen das Glück zurückzugeben, das ihm die Welt geraubt hat. Er sehnt sich nach dem alten Glauben, den er einst hatte, und nach dem Frieden der Kindheit. Das Gedicht endet mit einer Aufforderung an die Geliebte, ihm all diese Dinge durch ihre Liebe und Zuneigung zurückzugeben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- [Und den alten Glauben, den ich geglaubt, Und der Kindheit Frieden zurück!]
- Hyperbel
- [Erst wenn ich an deinen Busen sank Wird all mein Sehnen gestillt!]
- Metapher
- [O laß mich ruhen in deinem Arm Und tief in die Augen dir schaun! Das löst mir vom Herzen den nagenden Harm Und herab in die Seele fühl′ ich es warm Wie aus dem Himmel mir taun]
- Personifikation
- [Der von den Lippen dir quillt!]
- Rhetorische Frage
- [O mehr noch! Was schüttelst du lächelnd dein Haupt?]