In Frankfurt am Main
1797Zuweilen that mir das Herz so weh, Als ob es wär gesprungen, Und wenn ich dann recht in mich geh′, So hat mir das Ohr geklungen. Was klingt das Ohr, was schlägt das Herz, So laut an die großen Glocken? Es treibt der Himmel im Herzen Scherz, Da ist der Verstand erschrocken, Und schiebt es wohl auf die Witterung Und auf die vergangnen Zeiten, Wer liebt, der ist noch im Himmel jung Und schauet die Erden von Weitem.
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Interpretation
Das Gedicht "In Frankfurt am Main" von Achim von Arnim beschreibt einen Zustand emotionaler Unruhe und Sehnsucht. Der Sprecher fühlt sich, als ob sein Herz gebrochen wäre, und wenn er in sich hineinhört, klingt es, als ob sein Ohr läutet. Diese körperlichen Empfindungen werden mit dem Läuten großer Glocken verglichen, was auf eine tiefe, spirituelle Erfahrung hindeutet. Die zweite Strophe deutet darauf hin, dass der Sprecher versucht, diese Gefühle zu rationalisieren. Der Verstand ist erschrocken über die Intensität der Empfindungen und schiebt sie auf äußere Faktoren wie das Wetter oder vergangene Zeiten. Doch der Sprecher erkennt, dass die wahre Ursache die Liebe ist. Wer liebt, ist immer jung im Herzen und betrachtet die Welt aus einer anderen Perspektive. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, die von Sehnsucht und tiefer emotionaler Erfahrung geprägt ist. Es zeigt, wie Liebe und Erinnerung die Wahrnehmung der Welt verändern können und wie der Verstand versucht, diese intensiven Gefühle zu erklären.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Was klingt das Ohr, was schlägt das Herz
- Hyperbel
- Zuweilen that mir das Herz so weh, Als ob es wär gesprungen
- Metapher
- Zuweilen that mir das Herz so weh, Als ob es wär gesprungen
- Personifikation
- Was klingt das Ohr, was schlägt das Herz, So laut an die großen Glocken?
- Symbolik
- Und schiebt es wohl auf die Witterung Und auf die vergangnen Zeiten