In ein ander Stambuch

Sidonia Hedwig Zäunemann

1738

Der Menschen Liebe, Huld und Gunst sind wie die schönen Winter-Stunden Die, wenn sie sich kaum eingestellt, so sind sie leider! schon erschwunden.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu In ein ander Stambuch

Interpretation

Das Gedicht "In ein ander Stambuch" von Sidonia Hedwig Zäunemann behandelt die Vergänglichkeit menschlicher Beziehungen und Gefühle. Die Autorin vergleicht die Liebe, Huld und Gunst der Menschen mit den schönen Winterstunden, die nur von kurzer Dauer sind. Diese Metapher verdeutlicht, dass positive zwischenmenschliche Erfahrungen oft flüchtig und nicht von langer Beständigkeit sind. Die Struktur des Gedichts ist sehr kompakt, es besteht nur aus zwei Versen. Trotz dieser Kürze vermittelt Zäunemann eine tiefgründige Botschaft über die Unbeständigkeit menschlicher Emotionen und Beziehungen. Der Vergleich mit den Winterstunden ist besonders treffend, da der Winter oft als eine Jahreszeit der Kargheit und des Rückzugs gesehen wird, in der schöne Momente noch wertvoller, aber auch vergänglicher erscheinen. Die Verwendung des Wortes "erschwingen" am Ende des zweiten Verses unterstreicht die schnelle Vergänglichkeit der beschriebenen Gefühle. Es suggeriert, dass diese positiven Aspekte menschlicher Interaktion oft schneller verschwinden, als man es erwartet oder wünscht. Zäunemann regt den Leser dazu an, die schönen Momente im Umgang mit anderen Menschen bewusster wahrzunehmen und zu schätzen, da sie von Natur aus vergänglich sind.

Schlüsselwörter

menschen liebe huld gunst schönen winter stunden kaum

Wortwolke

Wortwolke zu In ein ander Stambuch

Stilmittel

Metapher
Die, wenn sie sich kaum eingestellt, so sind sie leider! schon erschwunden
Vergleich
Der Menschen Liebe, Huld und Gunst sind wie die schönen Winter-Stunden