In des Königs Namen

Heinrich Christian Boie

1806

Man warb ihn mit Gewalt und riß ihn von Dem jungen Weib und lieben Sohn Zum blut- und thränenvollen Frohn. Man zwang ihn zur Kapitulation Auf sieben Jahr. Die hat er treu gedient Und nicht zu muksen sich erkühnt. Die Zeit war um. - Nun wollt er von Dem blut- und thränenvollen Frohn Zum jungen Weib und lieben Sohn. Allein umsonst war sein Verlangen. Er bat, er weint und Prügel war sein Lohn. Was that er da? Er lief davon, Ward wieder gefangen Und in des Königs Namen aufgehangen.

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Interpretation

Das Gedicht "In des Königs Namen" von Heinrich Christian Boie handelt von einem Mann, der gegen seinen Willen zum Militärdienst gezwungen wird. Er wird von seiner jungen Frau und seinem geliebten Sohn gerissen und muss sieben Jahre lang in einem blut- und tränenreichen Krieg dienen. Nach Ablauf der Zeit möchte er zu seiner Familie zurückkehren, doch seine Bitten bleiben ungehört. Er wird geschlagen und beschließt zu fliehen. Doch er wird erneut gefangen genommen und schließlich im Namen des Königs gehängt. Das Gedicht kritisiert die unmenschliche Behandlung von Soldaten und die Willkürherrschaft des Königs. Der Mann wird wie eine Sache behandelt, die man nach Belieben hin- und herschieben kann. Seine Wünsche und Bedürfnisse werden nicht berücksichtigt. Das Gedicht zeigt auch die Brutalität des Krieges und die Folgen, die er für die Beteiligten hat. Die Sprache des Gedichts ist einfach und direkt. Die Reime sind regelmäßig und die Strophen sind kurz. Dies unterstreicht die Härte und Unnachgiebigkeit der Handlung. Das Gedicht endet mit einem Schockmoment: Der Mann wird gehängt. Dies zeigt, dass es für ihn keine Hoffnung mehr gibt und dass das System, in dem er gefangen ist, unerbittlich ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Man warb ihn mit Gewalt und riß ihn von Dem jungen Weib und lieben Sohn Zum blut- und thränenvollen Frohn.
Antithese
Allein umsonst war sein Verlangen. Er bat, er weint und Prügel war sein Lohn.
Enjambement
Die Zeit war um. - Nun wollt er von Dem blut- und thränenvollen Frohn Zum jungen Weib und lieben Sohn.
Metapher
blut- und thränenvollen Frohn
Rhetorische Frage
Was that er da?
Wiederholung
blut- und thränenvollen Frohn