In der Welt
1885Ich lasse mein Gesicht auf Sterne fallen, die wie getroffen auseinander hinken. Die Wälder wandern mondwärts, schwarze Quallen, ins Blaumeer, daraus meine Blicke winken.
Mein Ich ist fort. Es macht die Sternenreise. Das ist nicht Ich, wovon die Kleider scheinen. Die Tage sterben weg, die weißen Greise. Ichlose Nerven sind voll Furcht und weinen."
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Interpretation
Das Gedicht "In der Welt" von Paul Boldt beschreibt eine existenzielle Reise, bei der der lyrischen Ich sich selbst verliert und sich in der Weite des Universums auflöst. Die ersten beiden Strophen zeichnen ein Bild von einer Welt, in der die Grenzen zwischen dem Ich und der Umwelt verschwimmen. Die Sterne, die "wie getroffen auseinander hinken", und die Wälder, die sich "mondwärts" bewegen, symbolisieren eine Realität, die sich ständig verändert und in der sich das Ich nicht mehr zuhause fühlt. In der zweiten Strophe wird der Prozess der Selbstauflösung weiter vertieft. Das Ich macht eine "Sternenreise", was auf eine spirituelle oder metaphysische Erfahrung hindeutet, bei der es sich von seiner physischen Hülle löst. Die Zeile "Das ist nicht Ich, wovon die Kleider scheinen" verdeutlicht die Trennung zwischen dem wahren Selbst und der äußeren Erscheinung. Die "weißen Greise", die sterben, könnten die vergehenden Tage oder die Erinnerungen an die Vergangenheit symbolisieren, die nun an Bedeutung verlieren. Die letzte Strophe bringt die Konsequenzen dieser Reise zum Ausdruck. Das Ich ist nun "ichlos", was bedeutet, dass es keine feste Identität mehr hat. Die Nerven, die "voll Furcht und weinen", zeigen die emotionale Verwirrung und Angst, die mit dem Verlust des Selbst einhergehen. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Verletzlichkeit und der Erkenntnis, dass das Ich in der Weite des Universums nur ein kleiner, unbedeutender Teil ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Die Tage sterben weg, die weißen Greise
- Personifikation
- Ich-lose Nerven sind voll Furcht und weinen
- Vergleich
- die wie getroffen auseinander hinken