In der Sternennacht
1844Es glänzen golden die Welten, so viele Millionen! Unnennbar die Zahl der Wesen, die auf den Sternen wohnen! Kein menschlich Sinnen wagt es, das All zu überdenken, Noch des Allmächt’gen Größe, der’s schaffen konnt und lenken! Und hier auf diesem Staubkorn, so jämmerlich, so klein! Auf diesem Königsneste so viele Noth und Pein!! Zertrümm’re, Herr des Himmels, den einen kleinen Stern! Dein Sohn konnt’ ihn nicht retten! verdorben ist sein Kern. Gib Deinen guten Engeln, Allmächtiger, ein Fest, Und stürz’ vom Bau der Schöpfung dies alte Königsnest!
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Interpretation
Das Gedicht "In der Sternennacht" von Adolf Glaßbrenner thematisiert die unermessliche Größe des Universums und die Bedeutungslosigkeit der Erde dagegen. Der Dichter beschreibt die unzähligen Welten und Wesen im All, die für das menschliche Vorstellungsvermögen unerfassbar sind. Er bewundert die Größe des Schöpfers, der dieses ganze Universum erschaffen und gelenkt hat. Im krassen Gegensatz dazu steht die Erde, die als winziges Staubkorn dargestellt wird, auf dem so viel Not und Elend herrschen. Der Dichter bezeichnet die Erde als "Königsnest", was auf die arrogante Selbstüberschätzung der Menschheit anspielt. Er sieht die Erde als verdorben an, da der Sohn Gottes sie nicht retten konnte. In einem apokalyptischen Ausbruch des Zorns fordert der Dichter Gott auf, die Erde zu zerstören und seine Engel mit einem Fest zu belohnen. Er will das "alte Königsnest" vom Bau der Schöpfung stürzen sehen. Dieses radikale Ende der Erde erscheint ihm als einzige Lösung für das Leid auf diesem Planeten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- so viele Millionen! / Unnennbar die Zahl der Wesen
- Apostrophe
- Zertrümm're, Herr des Himmels, den einen kleinen Stern!
- Hyperbel
- Es glänzen golden die Welten, so viele Millionen!
- Metapher
- Auf diesem Staubkorn, so jämmerlich, so klein!
- Paradox
- Und hier auf diesem Staubkorn, so jämmerlich, so klein! / Auf diesem Königsneste so viele Noth und Pein!!
- Personifikation
- Kein menschlich Sinnen wagt es, das All zu überdenken